Nette Geste oder schlechter Scherz?

Klinik dankt Mitarbeitern mit 5-Euro-Gutschein für ihren Corona-Einsatz

Krankenpfleger
Ein Fünf-Euro-Gutschein für ihren Einsatz - das kam bei den Klinik-Mitarbeitern gar nicht gut an (Symbolbild).
deutsche presse agentur

Schock statt Freude bei Personal der Heliosklinik Meiningen

Die Mitarbeiter einer Klinik in Meiningen (Thüringen) trauten ihren Augen kaum, als sie ein Schreiben ihres Arbeitgebers öffneten. Darin dankte das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) der Heliosklinik dem Personal für seinen Einsatz in der Corona-Pandemie und legte als "Belohnung" einen Shopping-Gutschein bei – Wert: mickrige fünf Euro. Keine Freude, sondern ein Schock für die 120 Mitarbeiter, wie "Bild" berichtet. RTL liegt nun eine Stellungnahme der Helios Versorgungszentren vor. Darin erklärt der Klinikbetreiber, warum einige Mitarbeiter mit einem Gutschein abgespeist wurden und andere eine Corona-Prämie erhielten.

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Mitarbeiter sollten sich "Herzenswunsch" erfüllen

"Vielen Dank, für die unermüdliche Unterstützung in der noch immer stark herausfordernden Situation. Jeden Tag sind Sie trotz der besonderen Belastung für unser Team, ihre Kolleginnen und Kollegen, Patientinnen und Patienten im Einsatz", heißt es laut "Bild" in dem Schreiben des MVZ. Man wolle einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass sich die Klinik-Mitarbeiter einen kleineren Herzenswunsch erfüllen könnten.

Das kam bei vielen Mitarbeitern überhaupt nicht gut an. Einige glaubten zuerst an einen schlechten Scherz. Denn in der nur 50 Meter entfernten MVZ-Hauptklinik würde das Personal ganz anders belohnt: unter anderem mit Prämien von bis zu 1.500 Euro und einem 100 Euro-Gutschein. Wie kann es sein, dass die Mitarbeiter so unterschiedlich behandelt werden?

Klinik äußert sich zu Fünf-Euro-Gutschein

Auf RTL-Anfrage erklärte die Helios Versorgungszentren GmbH, man habe den Mitarbeitern der ambulanten Einrichtungen "in dieser herausfordernden Zeit eine kleine Aufmerksamkeit zukommen" lassen wollen. "Dies sollte ein kleines Dankeschön sein und steht nicht im Zusammenhang mit einer Corona-Prämie." Man bedauere es sehr, wenn einzelne Kollegen dies nicht als wertschätzend empfunden hätten.

Dass nicht alle Mitarbeiter mit einer Corona-Prämie belohnt werden konnten, erklärt der Klinikbetreiber so: „Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr rund 100 Millionen Euro für die Zahlung sogenannter Corona-Prämien für Kliniken bereitgestellt. Eine Prämienzahlung für den ambulanten Gesundheitssektor war hieraus nicht vorgesehen.“

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Klinik: „Wir schätzen die Arbeit unseres gesamten Teams sehr"

Die Klinik erklärt, dass sie trotz „fehlender Einnahmen aufgrund wegbleibender Patienten“ niemanden in Kurzarbeit geschickt habe. Auch wenn es zu wirtschaftlichen Einbußen im ambulanten Bereich gekommen sei, habe man verlässlich weiter die Gehälter gezahlt. „Wir schätzen die Arbeit unseres gesamten Teams sehr – gerade jetzt“, betonte die Klinik. Ob sich Wertschätzung wirklich am besten mit einem 5-Euro-Einkaufsgutschein ausdrücken lässt, ist fraglich. Viele der MVZ-Mitarbeiter sehen das offenbar anders.

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