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Schlafenden Ehemann erstochen: Tochter sieht Vater mit Messer in der Brust

Notwehr oder Mord?

Schlafenden Ehemann erstochen: Tochter sieht Vater mit Messer in der Brust

Eine Statue der Justitia
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
deutsche presse agentur

Streit eskaliert: Am Ende ist der Mann tot

Eine 47-Jährige soll ihren schlafenden Ehemann erstochen haben. Seit Donnerstag muss sie sich am Landgericht Hannover wegen heimtückischen Mordes verantworten. Nach einem Streit im vergangenen Oktober soll die Frau dem schlafenden Familienvater im gemeinsamen Haus den Mund zugehalten und ihm ein etwa 15 Zentimeter langes Messer in den Oberkörper gerammt haben, wie das Gericht mitteilte. Sie habe ihn töten wollen. Dabei soll sie die Arglosigkeit des Opfers ausgenutzt haben. Der Mann starb den Angaben zufolge innerhalb kürzester Zeit an schweren inneren Blutungen. Doch beim Prozessauftakt erzählt die Angeklagte eine ganz andere Geschichte!

Verletzung soll aus Notwehr entstanden sein - "Ich kann nicht glauben, dass das passiert ist"

Die Frau äußerte sich vor Gericht heute überraschend: Ihr Mann sei im Oktober vergangenen Jahres stark betrunken nach Hause gekommen und habe Streit gesucht. Die Auseinandersetzung sei eskaliert. Dabei wären auch Küchenmesser zu Boden gefallen. Ihr Mann habe sie mit dem Ellenbogen angeblich gewürgt. Das sei zum ersten Mal passiert, Schläge habe sie bereits zuvor erlebt. Mit einem Messer in der Hand habe sie ihn weggestoßen. Dass sie ihn dabei schwer verletzt habe, will die Frau nicht bemerkt haben. Ihr Mann sei dann ins Bett gewankt. Zu diesem Zeitpunkt habe sie das auf seine Trunkenheit zurückgeführt und erst später den Notarzt informiert. Die Staatsanwaltschaft machte deutlich, dass das Messer mehr als 15 Zentimeter lang war und tief in der Brust des Mannes steckte. Die Angeklagte sagte außerdem, es sei „der schlimmste Tag meines Lebens gewesen.“ und dass ihr Mann zwar betrunken furchtbar gewesen sei, nüchtern jedoch ein guter Mensch. Sie könne nicht „glauben, dass das passiert ist.“ Während der Verhandlung berichtet sie von einer angeblich gewalttätigen Beziehung. So soll sie teilweise in Straßenkleidung geschlafen haben, um jederzeit vor ihrem Mann fliehen zu können.

Keine Strafe oder lange Haft? Das muss die Justiz jetzt herausfinden

War es also Notwehr? Oder Mord? Der juristische Unterschied ist gravierend, so Dominik Thalmann, der Pressesprecher des Landgerichts Hannover: „Die rechtliche Frage, die sich hier stellt, ist ob eine Notwehr-Situation vorlag. Denn dann könnte sogar gar keine Strafe in Betracht kommt. Auf der anderen Seite ist das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt, weil der Mann sich arglos schlafen gelegt hat.“

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Jüngste Tochter sieht Vater nach der Tat mit Messer in der Brust

Zur Familie gehören drei Kinder. Das jüngste Kind, ein zwölfjähriges Mädchen, soll seinen toten Vater mit dem Messer in der Brust gesehen haben, wie ein Gerichtssprecher sagte. Auch den Streit habe sie mitbekommen und sei als Zeugin befragt worden. Der Anwalt der Angeklagten betonte heute, dass seine Mandantin bereit sei, alle Fragen zu beantworten.

Quelle: RTL.de