Zwillinge seit neun Jahren vermisst

Mutter erhofft sich neue Hinweise: So könnten Livia und Alessia Schepp heute aussehen

Livia und Alessia Schepp sind seit neun Jahren verschwunden. Mit diesen computergenerierten Bildern erhofft sich Mutter Irina neue Spuren.
© Missing Children Switzerland

19. Februar 2020 - 8:06 Uhr

Neue Hinweise im Fall Livia und Alessia Schepp?

Seit neun Jahren sind die Zwillinge Livia und Alessia Schepp aus Saint-Sulpice in der Schweiz verschwunden. Ihre Mutter erhofft sich dank neuer, computergenerierter Bilder jetzt aber neue Hinweise, um ihre Töchter endlich wieder in die Arme schließen zu können.

Vater entführte die Zwillinge Anfang 2011 - und brachte sich dann um

Es ist das Schlimmste, das Eltern passieren kann: Die eigenen Kinder verschwinden spurlos. Die Eltern plagt eine quälende Ungewissheit, weil sie – wie auch im Fall der vermissten Rebecca Reusch – oft auch nach Jahren noch hoffen, dass sie doch wieder lebend auftauchen könnten.

Auch Irina Lucidi will die Hoffnung nicht aufgeben. Neun Jahre ist es her, dass ihr Ex-Mann ihre beiden damals sechsjährigen Zwillingstöchter Livia und Alessia nach einem gemeinsamen Wochenende nicht mehr zu ihr zurückbrachte – fünf Tage nach der Entführung beging er im Süden Italiens Suizid. Experten werteten danach seinen Computer aus und rekonstruierten, dass er sich vor seinem Tod noch über Gift und Waffen informiert hatte. In einem letzten Brief an seine Frau schrieb er: "Die Mädchen ruhen jetzt in Frieden. Sie haben nicht leiden müssen." Vieles deutet also darauf hin, dass er seine Kinder umbrachte. Doch ihre Leichen wurden nie gefunden.

Die Polizei startete mehrere große Suchaktionen, um die Mädchen doch noch zu finden - lebendig oder tot. Immer wieder meldeten sich Zeugen, die die Kinder gesehen haben wollten – aber alle Hinweise führten ins Nichts.

Experten lassen Schepp-Zwillinge künstlich altern

Jetzt hat Mutter Irina in ihrer Verzweiflung einen neuen Versuch gestartet, ihre Kinder doch noch einmal wiederzusehen. Zusammen mit der Organisation "Missing Children Switzerland" haben amerikanische Computerexperten die Zwillinge künstlich altern lassen. Dazu analysierten sie Fotos der Zwillinge und ihrer Eltern. Die beiden neuen computergenerierten Bilder zeigen, wie die Zwillinge heute im Alter von 15 Jahren aussehen könnten. Natürlich könne man sich darauf laut der Organisation nicht genau verlassen – Haarfarbe und Schnitt könnten ein anderer sein. Doch Mutter Irina hofft, dass Menschen auf der ganzen Welt durch die Fotos ihre Kinder wiedererkennen könnten.

Organisation: Bitte direkt ansprechen!

"Wenn sie jemanden sehen, der diesen Fotos ähnelt, zeigen sie ihm diese Vermisstenanzeige und die damit verbundenen Fotos", schreibt "Missing Children Switzerland" zu den Fotos der beiden. Erst dann solle man die Organisation informieren.

Wer Hinweise zu den Mädchen hat, kann sich unter contact@missingchildren.ch oder +41 76 824 34 82 melden.