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Schellnhausen: Dreiste Diebe bereiten Holzhändler Marcel schlaflose Nächte

Wer hat sein Holz geklaut?

Dreiste Diebe bereiten Holzhändler Marcel schlaflose Nächte

Dreiste Diebe bereiten Holzhändler Marcel schlaflose Nächte Wer hat sein Holz geklaut?
02:43 min
Wer hat sein Holz geklaut?
Dreiste Diebe bereiten Holzhändler Marcel schlaflose Nächte

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Speiseöl, Mehl, Eier – im Supermarkt wird gerade vieles teurer. Und auch die Rohstoffknappheit macht vielen aktuell zu schaffen: die Preise für Heizöl, Gas und Holz sind massiv gestiegen. Und das bringt einige dreiste Diebe auf ziemlich wilde Ideen: Warum das Holz kaufen, wenn es im Wald massenweise herumliegt? In Nacht- und Nebelaktionen werden die teuren Stämme aufgeladen und abtransportiert – und solche Raubzüge sorgen für entsetzte Mienen bei Holzhändlern, wie Marcel Bender. Mehr im Video.

Schaden in Höhe von 20.000 Euro

Der Holzdiebstahl an sich ist für Marcel Bender keine Überraschung mehr, viel mehr verwundert ihn die Menge, die mittlerweile entwendet wird. Früher kamen immer mal wieder einzelne Stämme weg, mittlerweile sind es ganze LKW-Ladungen voll Holz, die einfach geklaut werden. Durch den weltweiten Holzmangel sind auch die Preise massiv gestiegen und so erbeuten die Diebe schon mal Holzladungen im Wert von 2.000 bis 3.000 Euro. Mittlerweile sind Marcel Bender um die 20.000 Euro abhanden gekommen.

Die Situation nimmt ihn nicht nur finanziell, sondern auch psychisch mit: "Es ist eine Riesenbelastung, weil man wacht manchmal nachts auf und denkt: Hab ich jetzt schlecht geträumt oder ist wieder was weg?"

Holzhändler Marcel Bender über gestohlenes Brennholz
Und wieder ist ein Holzstapel weg. Zurück bleiben nur die Spuren eines großen Gefährts.
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Diebe sollen LKW für Raubzüge verwenden

Auch im Forstamt Schotten kennt man das Problem der Holzdiebe. Doch für den Abtransport einer solch großen Holzmenge brauchen die Diebe ein entsprechendes Gefährt: „"Es müssen LKWs vorhanden sein, die diese Holzmenge laden können. Es müssen Informationen laufen, aus bestimmten LKW-Fahrerkreisen oder Kreisen, die sich mit Holz beschäftigen und dann wird in einer Nacht- und Nebelaktion ein Holzpolter angefahren und unter Missachtung aller Verbote dieses Holz gestohlen“, erzählt Martin Menke vom Forstamt Schotten. Als Holzpolter werden in der Forstwirtschaft die gesammelten Baumstämme bezeichnet, die am Waldrand zur Abholung bereitgelegt werden.

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Stämme werden nun gechippt

Um dem Holzdiebstahl Herr zu werden, setzen einige Forstämter nun auf GPS-Tracker, die unter die Rinden der Bäume eingesetzt werden. "Wenn dann dieses Holzpolter bewegt wird, gibt es ein Signal auf unserem Smartphone oder auf einem PC unserer Mitarbeiter und wir merken, das Holzpolter setzt sich in Bewegung. Wir können dann mit der Polizei diesem LKW oder Fahrzeug hinterherfahren und mit der Polizei den Zugriff auf dieses Fahrzeug ausüben", erklärt Martin Menke.

Auch Marcel Bender hat sein Glück schon mit den GPS-Trackern versucht – der Erfolg war wenig vielversprechend. Schließlich hat er für 1.800 Holzpolter nur 25 GPS-Tracker zur Verfügung. Einmal hat einer der Tracker mittlerweile angeschlagen – und das war dann auch noch ein Fehlalarm. Keine dreisten Diebe, sondern alkoholisierte Jugendliche, die mithilfe der Baumstämme ihre Kräfte messen wollten.

Mit der Spraydose gegen die Diebe

Um seine Stämme in Zukunft besser zu schützen, greift Marcel Bender jetzt zur Spraydose und markiert seine Bäume mit seinem Namen. Nach seinen Erfahrungen schrecke die Markierung die Diebe mehr ab, als jeder GPS-Tracker. Ansonsten kann er nur hoffen, dass er statt Reifenspuren im Waldboden seine Holzstapel findet – und zwar komplett. (dgö)