'Rosa Riese' & Co.: Die schlimmsten Kindermörder

Serientäter: Jürgen Bartsch, Martin N. der 'Maskenmann' und Erwin Hagedorn haben Kinder misshandelt und getötet.
Serientäter: Jürgen Bartsch, Martin N. der 'Maskenmann' und Erwin Hagedorn haben Kinder misshandelt und getötet.

19. April 2011 - 14:30 Uhr

Fahndungserfolg im Fall Dennis

Der Rosa Riese, der Menschenfresser von Duisburg und der Maskenmann – sie alle sind Serienmörder. Sie haben sich an Kindern vergangen und sie getötet.

Fall Dennis: Der geschnappte Kinder-Serienmörder Martin N. hält die Republik in Atem. Ihr Fahndungserfolg macht den Ermittlern Hoffnung auf Aufklärung weiterer Kindermorde in Frankreich und den Niederlanden. Die Fahnder erstellen nun ein Bewegungsprofil des Pädagogen, der die Tötung von drei Jungen in Norddeutschland gestand. Damit will die Sonderkommission herausfinden, ob der 40-Jährige für weitere Taten infrage kommt. "Wo hat er sich seit Anfang der 90er Jahre aufgehalten und welchen Kontakt hatte er zu Kindern?", sagte Polizeisprecherin Anke Rieken in Verden zum Vorgehen.

Die Tötung des neunjährigen Dennis und zwei anderer Jungen zwischen 1992 und 2001 gelten nach den Geständnissen des Mannes als gelöst. Außerdem soll der als "Maskenmann" bekannte Täter, der aus Bremen stammt und zuletzt in Hamburg lebte, mindestens 40 Kinder sexuell missbraucht haben.

Chronik der Kindermörder

In den 60er Jahren missbrauchte und ermordete der Metzgergeselle Jürgen Bartsch mindestens vier Jungen im Alter von acht bis dreizehn Jahren. Er entführte die Kinder von Kirmesplätzen, folterte und tötete sie in einem stillgelegten Stollen bei Langenberg in Nordrhein-Westfalen.

Das Wuppertaler Landgericht verurteilte den Mann zu lebenslanger Haft. In der Revisionsverhandlung 1971 wurde er zu zehn Jahren Jugendstrafe und Einweisung in eine Heilanstalt verurteilt. Bartsch verstarb im April 1976 nach einer Kastrationsoperation, die er beantragt hatte.

Joachim Kroll wurde nach seiner Festnahme 1976 in den Medien als der "Menschenfresser von Duisburg" bekannt. Der Waschraumwärter ermordete zwischen 1962 und 1976 mindestens acht Menschen, darunter fünf Mädchen im Alter von vier bis dreizehn Jahren.

Die Polizei war ihm auf die Spur gekommen, weil in seinem Wohnblock ein vierjähriges Mädchen vermisst wurde und Nachbarn über ein verstopftes Abflussrohr geklagt hatten. Nach dem Mord an der Vierjährigen, die Kroll nach ihrem Tod zerstückelt, gekocht und zum Teil verzehrt hatte, wurde der Triebtäter verhaftet und 1982 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Erwin Hagedorn, ein Kochlehrling, hielt von 1969 bis 1971 die brandenburgische Kleinstadt Eberswalde in Atem: Nach seiner Festnahme wurden ihm drei Morde an Jungen und acht Mordversuche angelastet. Die Polizei rekonstruierte die Fälle und drehte einen Polizeilehrfilm mit Hagedorn in der Hauptrolle. 1972 wurde er nach einem Urteil des Obersten DDR-Gerichts zum Tode durch einen Nahschuss verurteilt und hingerichtet.

Innerhalb von sieben Monaten tötete ein Feldwebel der Nationalen Volksarmee 1983-1984 in Brandenburg vier Jungen im Alter von sechs bis zehn Jahren. Der Mörder, der über alle Taten ein genaues Tagebuch führte, wurde 1984 festgenommen und 1985 vom Militärobergericht der DDR zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt.

Wolfang S. tötete zwischen 1989 und 1991 mindestens drei Menschen, unter anderem einen drei Monate alten Jungen. Zwei zwölfjährige Schülerinnen konnten dem 'Rosa Riesen' schwer verletzt entkommen. Wolfgang S. erhielt den Beinamen 'Rosa Riese' wegen seiner Größe von 1,90 Metern und seiner Vorliebe für farbige Damenunterwäsche. Nach den Morden verging er sich an den Leichen.

Nach der Aussetzung von 20.000 Mark Belohnung gingen mehr als 1.000 Hinweise ein. Doch erst zwei Jogger erkannten im August 1991 den gesuchten Mann. Sie überwältigten ihn und verständigten die Polizei Das Bezirksgericht Potsdam ließ den Mann auf unbestimmte Zeit in eine psychiatrische Anstalt einweisen und verurteilt ihn zu anschließenden 15 Jahren Haft.