Leiche im See Mezzano gefunden

Mysteriöser Tod auf illegaler Rave-Party bei Rom - war es Mord?

Die Polizei in Italien ermittelt, nachdem ein junger Mann bei Rom auf mysteriöse Art und Weise ums Leben kam. (Foto: Motivbild)
Die Polizei in Italien ermittelt, nachdem ein junger Mann bei Rom auf mysteriöse Art und Weise ums Leben kam. (Foto: Motivbild)
© dpa, Andreas Gebert

18. August 2021 - 21:09 Uhr

Die Leiche von Gianluca S. wurde sieben Meter tief im See Mezzano gefunden

In Italien untersucht die Staatsanwaltschaft derzeit den mysteriösen Tod eines 24-Jährigen. Der junge Mann aus London starb, als er eine illegale Party in der Nähe von Rom besuchte. Seine Leiche wurde am vergangenen Wochenende aus dem See Mezzano an der Grenze zwischen dem Latium und der Toskana gezogen. War es ein Unfall oder doch ein Mord?

Der Tote soll ein exzellenter Schwimmer gewesen sein

Gianluca S. war "das Ein und Alles, das Licht" seiner Oma und seines Opas. Jetzt ist der junge Mann tot. Erst seit acht Monaten lebte der 24-Jährige in Italien. Er zog mit seinem Vater zu seinen Großeltern nach Reggio Emilia gezogen, um seine schwerkranke Oma zu pflegen. Seine Mutter blieb in London. Im Januar starb seine geliebte Großmutter dann. Auf Facebook teilte Gianluca ein Foto von sich und seiner Oma, nannte sie liebevoll "mein Engel", um seine Trauer auszudrücken.

Vater meldete seinen Sohn als vermisst

Jetzt scheint die nächste Tragödie über die Familie hereinzubrechen: Am vergangenen Wochenende wollte Gianluca S. mit einem Freund auf eine nicht genehmigte Techno-Party in der Nähe von Rom. Von dieser Party kehrte der junge Mann aber nie mehr zurück. Der Vater meldete seinen Sohn als vermisst. Am 16. August dann die traurige Gewissheit: In den frühen Morgenstunden wurde die Leiche des jungen Mannes aus dem See Mezzano aus sieben Metern Tiefe geborgen.

Die Ermittler vermuteten zuerst, dass Gianluca S. sich beim Schwimmen im See vielleicht schlecht gefühlt haben könnte und sein Tod ein Unfall war. Aber jetzt wurden Ermittlungen laut "Corriere di Siena" wegen Mordes aufgenommen. Gianluca sei ein exzellenter Schwimmer gewesen. Die Autopsie soll bereits durchgeführt worden sein, der Bericht würde laut "Corriere di Siena" in den nächsten Tagen veröffentlicht. Einen möglichen Tatverdächtigen hat die Polizei noch nicht im Visier.

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Mehr als 8.000 Menschen besuchten den illegalen Rave

Die Mutter von Gianluca sei bereits auf dem Weg von London nach Italien, um sich von ihrem Sohn zu verabschieden. Für den Großvater, der zuerst den Verlust seiner Ehefrau und jetzt den seines geliebten Enkels verkraften muss, ist eine Welt zusammen gebrochen. Er und Gianluca sollen ein sehr enges Verhältnis gehabt haben, denn der 24-Jährige nutze laut "msn notizie" auch zuvor jede Gelegenheit, seine Großeltern zu besuchen und Zeit mit ihnen zu verbringen. Gianluca wird von Freunden, als jemand "ganz besonderes" beschrieben. Der sich sehr um andere kümmerte, berichtete das Portal.

Die illegale Party wurde seit dem 13. August von mehr als 8.000 Menschen aus ganz Europa besucht, auch aus Deutschland. Die Zeitung "La Repubblica" veröffentlichte Bilder von einem Feld in der Nähe des Sees, wo Partygäste in der Sommerhitze mit Autos und Wohnwagen campen. Die Polizei versuchte tagelang, das illegale Festival aufzulösen, sperrte Bereiche ab, um zu verhindern, dass Partywütige zu dem Rave gelangen. Erst jetzt neige sich die Party langsam dem Ende zu. (mca)