Recycling von Plastik in Deutschland: Das sind die fünf größten Probleme

16. Januar 2019 - 10:50 Uhr

Wiederverwertung von Plastik: Ganz rund läuft es auch in Deutschland nicht

Die Deutschen gelten als Meister im Mülltrennen und Wiederverwerten von Plastikabfall - aber leider auch als Weltmeister im Produzieren. Etwa sechs Millionen Tonnen Plastikmüll fallen pro Jahr an. Was viele nicht wissen: Auch das international so gelobte deutsche Recyclingsystem hat Schwächen. 

Nicht alles ist recycelbar - oder wird recycelt

Plastikmüll im Meer - Rotes Meer Ägypten
Das Rote Meer in Ägypten: Eine perfekte Urlaubskulisse - wenn da nicht Berge von Plastikmüll wären.
© Getty Images/iStockphoto, ewg3D

Plastik ist leicht, vielseitig, billig zu bekommen, in unserem Alltag allgegenwärtig - und hat ein Image-Problem. Bilder von zugemüllten Meeren schockieren die Deutschen. Supermärkte werben damit, dass sie Einweg-Strohhalme und -Besteck aus den Regalen nehmen und Kunststofftüten von den Kassen verbannen. Für die Umweltorganisation "BUND" genau das richtige Signal, denn "das Problem liegt am Anfang der Kette", sagt Rolf Buschmann von der Umweltorganisation. Recycling sei wichtig - aber an erster Stelle müsse stehen, den Müll zu vermeiden. Die besten Tricks, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Die EU plant, ab 2030 sämtliche Plastikverpackungen wiederverwertbar zu machen. Aktuell ist das längst nicht der Fall. Es gibt viele unterschiedliche Plastiksorten und nicht aus allen wird wieder ein Nutzgegenstand. Vom gesamten Plastikmüll werden laut Bundesumweltministerium rund 45 Prozent "stofflich wiederverwertet", also nicht verbrannt. Das neue Verpackungsgesetz erhöht ab 2019 die Quoten, 2022 sind 63 Prozent vorgesehen. Welche weiteren Probleme es beim Recycling gibt, erfahren Sie im Video.

"To-Go-Trend" stoppen: Jeder kann Plastik vermeiden

Batterie-Recycling
Das Umweltbundesamt ist mit der erzielten Sammelquote für Altbatterien unzufrieden.
© dpa, Patrick Seeger, pse pzi jol

Trends zu kleineren Portionen, Fertiggerichten, Versandhandel und "To go"-Verkauf zum Essen und Trinken unterwegs lassen die Menge des Verpackungsmülls in Deutschland steigen. Im Jahr 2015 stieg die Verpackungsabfall-Menge dem Umweltbundesamt zufolge auf den bislang höchsten Stand von 18,2 Millionen Tonnen.  

Bei den Gerätebatterien geben Verbraucher in Deutschland beispielsweise nur jede zweite zur Verwertung zurück. In Ländern wie Belgien oder der Schweiz ist die Quote höher. Vor 20 Jahren wurden in Supermärkten die ersten Sammelboxen zum Recycling von Altbatterien aufgestellt. Grundlage war die damals in Kraft getretene Batterieverordnung. Inzwischen gibt es 180.000 Abgabestellen in Supermärkten, Drogerien oder Baumärkten. 

Schlecht recycelbare Verpackungen: Für die Hersteller wird es teuer

Der Gelbe Sack
220 Kilogramm Abfall produziert der durchschnittliche Deutsche im Jahr.
© dpa, Patrick Pleul, ppl pzi cul wst gfh fpt

Hintergrund ist das neue Verpackungsgesetz. Es schreibt den Dualen Systemen wie "Der Grüne Punkt", die gelbe Tonnen und Säcke organisieren, ab 2019 vor, ihre Preise an die Wiederverwertbarkeit von Verpackungen zu koppeln. Die Dualen Systeme müssen ihre Recycling-Quoten in den kommenden Jahren steigern. Wie groß die Preisunterschiede für die Hersteller werden, ist nicht vorgeschrieben - eine Spreizung der Lizenzgebühren ist aber Pflicht. Die neue Regelung soll Anreize für die Hersteller schaffen, auf wiederverwertbare Verpackungen zu setzen. Auf die Verbraucherpreise dürfte sie eher keine Auswirkung haben.