24. Mai 2019 - 18:21 Uhr

Arzt diagnostizierte das Raynaud-Syndrom

Weil ihre Finger bei Kälte immer taub wurden, sich lila verfärbten und schmerzten, ließ sich die damals 17-jährige Sarah Cox untersuchen. Der Arzt diagnostizierte bei ihr das Raynaud-Syndrom: "Das ist nicht Teil meines Lebensplans. Ich gehe zur Universität", war ihr erster Gedanke. Bei dem Raynaud-Syndrom (Morbus Raynaud) treten attackenartig Durchblutungsstörungen auf, die vor allem die Finger betreffen. Diese werden dann blass und kalt, können sich taub anfühlen und höllisch schmerzen.

Im schlimmsten Fall müssen die Gliedmaßen amputiert werden, da die Schmerzen sonst nicht auszuhalten sind, wie Cox erzählt: "Der Schmerz ist so schlimm, dass du dir deine eigenen Finger amputieren würdest, nur um es zu stoppen." Schließlich erfolgten auch bei ihr die ersten Amputationen.

Sarah Cox erfüllte sich trotz der Krankheit ihren größten Wunsch

Sohn säubert wunden der Mutter.
Ihr Sohn ist ihr ganzer Stolz. Er unterstützt seine Mama, wo er nur kann.
© PA Real Life

Die Diagnose war für sie ein Schock. Aber sie wollte nicht aufgeben: "Ich war hartnäckig und ich bin entschlossen, so viel wie möglich aus dem Leben herauszuholen!", erzählt sie – und das tat sie auch. Obwohl viele nicht an sie glaubten, absolvierte sie trotz vieler Krankenhausaufenthalte ihr Abitur. 2004 lernte sie dann ihren jetzigen Mann Rob kennen und verliebte sich in ihn.

Nun fehlte für das perfekte Familienglück nur noch ein Baby, doch Ärzte rieten ihr dringlichst davon ab: "Ihre Krankheit ist gerade sehr aktiv. Vielleicht warten Sie, ob sie sich beruhigt, bevor Sie versuchen, schwanger zu werden." Das hinderte sie aber nicht daran, ihren großen Wunsch zu erfüllen und tatsächlich wurde sie schwanger und brachte einen gesunden Jungen zur Welt.

Das Schicksal schlug nochmal zu

Das Glück schien perfekt zu sein: Sarah Cox hatte ihre Krankheit akzeptiert, einen Mann gefunden, der sie von ganzem Herzen liebte – mit oder ohne Finger – und einen Sohn, der ihr jeden Tag ein Lächeln aufs Gesicht zauberte. Doch dann schlug das Schicksal nochmal zu. Zusätzlich wurde bei ihr eine Lungenerkrankung diagnostiziert, die sie täglich schwächte. Aber auch diesmal verlor sie nicht ihren Lebensmut.

Obwohl ihr im Laufe der Krankheit weitere Gliedmaßen amputiert wurden, meistert sie mit Hilfe ihrer Familie den Alltag: "Ich benutze einen elektrischen Rollstuhl und brauche jetzt eine Menge Hilfe. Aber wir sind dadurch als Familie zusammengewachsen und es ist erstaunlich, wie sie sich anpassen können." Um anderen Betroffenen zu helfen, setzt sie sich jetzt für die Sensibilisierung für ungewöhnliche Behinderungen ein und arbeitet mit einer Wohltätigkeitsorganisation zusammen.