Schmerzhafte Erfahrung für das Baby

Radiuskopf-Luxation – Fragiler Kinder-Ellenbogen

Kinder haben sehr schwache Ellenbogen, sodass schon leichtes Ziehen am Arm schnell zu einer Ausrenkung führen kann. Was bei einer solchen Radiuskopf-Luxation zu tun ist, verraten wir hier.
Kinder haben sehr schwache Ellenbogen, sodass schon leichtes Ziehen am Arm schnell zu einer Ausrenkung führen kann. Was bei einer solchen Radiuskopf-Luxation zu tun ist, verraten wir hier.
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03. August 2020 - 13:25 Uhr

Fragiler Ellenbogen bei Kindern: Ziehen am Arm als Ursache

Eine Radiuskopf-Luxation kommt zum überwiegenden Teil bei Babys und kleinen Kindern vor. Oftmals ist hierbei auch vom fragilen Ellenbogen die Rede, da bei der Chassaignac-Luxation des Babys der Ellenbogen zum Teil ausgerenkt ist. Dies geschieht sehr oft schneller, als Sie denken. Hierzu genügt bereits ein ruckartiges Ziehen am Arm Ihres Kindes. Dies kann zum Beispiel dann geschehen, wenn Sie Ihr Baby vor einem Sturz schützen möchten und Ihr Kind hochziehen. Kleine Kinder laufen auch gern einfach so auf die Straße. Um dies zu verhindern, reißen viele Eltern ihr Kind am Arm.

Hohes Risiko einer Radiuskopf-Luxation bei Kleinkindern

Insbesondere kleine Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren sind gefährdet, eine Chassaignac-Luxation zu erleiden. Neben Babys sind auch bei ihnen die den Ellenbogen umspannenden Bänder noch sehr dehnbar und relativ schwach ausgebildet. Ziehen Sie Ihr Kind zu heftig am Arm, kann das Radiusköpfchen, ein Teil des Ellenbogens, aus der Verankerung des Gelenks rutschen. In den dadurch entstandenen Spalt verrutscht das umliegende Gewebe und klemmt sich hier zwischen den Knochen ein. Für Ihr Kind ist das eine äußerst schmerzhafte Erfahrung, die unbedingt einer ärztlichen Behandlung bedarf.

Bekannteste Ursache einer Chassaignac-Luxation beim Baby und Kleinkind

Die bekannteste mögliche Ursache für das teilweise Ausrenken des Ellenbogens beim Kleinkind liegt in dem beliebten Spiel "Engelchen flieg". Hierbei halten beide Elternteile das Kind rechts und links an den Armen und ziehen es in die Luft. Für Ihr Kind ist dies ein lustiges Spiel, das aber auch schmerzhaft enden kann.

Zur Verhinderung dieser schmerzhaften Erfahrung für Ihr Kind sollten Sie das Spiel nicht übertreiben. Es ist zudem empfehlenswert, Ihr Kleinkind am besten unter den Armen statt an den Händen festzuhalten. Dadurch kann die Gefahr einer Ausrenkung des Ellenbogens deutlich reduziert werden.

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Woran Sie eine vorhandene Radiuskopf-Luxation erkennen

Das Vorliegen einer Chassaignac-Luxation bei Ihrem Baby oder Kleinkind erkennen Sie an der umgehend eingenommenen Schonhaltung des betroffenen Armes. Dabei hält Ihr Kind den Arm halb gebeugt vor seinem Körper, wobei die Handoberfläche hierbei stets nach oben zeigt. Es erfolgt zudem nahezu keine Bewegung des betroffenen Arms, so dass für Sie der Eindruck einer Lähmung besteht. Hierdurch kann der aufgesuchte Kinderarzt umgehend die richtige Diagnose stellen.

Seien Sie auf jeden Fall fair und berichten Sie dem Arzt wahrheitsgemäß, wie es zu dieser Verletzung kam. Damit können Sie Ihrem Kind viel Stress und oftmals unnötige Untersuchungen ersparen.

Behandlung einer Radiuskopf-Luxation

Um das Radiusköpfchen wieder zurück in seine Gelenkverankerung springen zu lassen, erfolgt ein weiterer kräftiger Zug am Arm Ihres Kindes. Zeitgleich muss der Arm dabei gedreht werden. Sowie sich ein Knackgeräusch vernehmen lässt, ist das Radiusköpfchen zurück am richtigen Platz. Für Ihr Kind bedeutet dies einen erneuten Schmerz, der jedoch nur kurz anhält. Nachdem der Ellenbogen wieder eingerenkt ist, lassen die Schmerzen umgehend nach und es ist keine weitere Behandlung notwendig.

Einzig bei einer verspätet festgestellten Radiuskopf-Luxation kann eine Armschlinge erforderlich sein. Mit dauerhaften Schäden müssen Sie aber nicht rechnen. Es besteht jedoch ein erhöhtes Risiko der Neuerkrankung, sofern bereits einmal eine teilweise Ausrenkung des Ellenbogens vorlag.