Putin unterzeichnet kurioses Gesetz

"Echter" Champagner kommt jetzt nur noch aus Russland

05. Juli 2021 - 9:49 Uhr

Müssen Oligarchen bald ohne Schampus feiern?

Mehr Verwirrung geht nicht: Echter Champagner kommt aus Russland, der edle Tropfen aus der Champagne in Frankreich darf nur noch als Schaumwein angeboten werden. Ein neues Gesetz in Russland sorgt für ordentlichen Beef. Sitzen reiche Russen bald auf dem Trockenen?

"Schampanskoje" nur aus Russland

Präsident Wladimir Putin hatte ein Gesetz unterzeichnet, wonach die für Champagner und Sekt gleichermaßen verbreitete Bezeichnung "Schampanskoje" ausschließlich von russischen Herstellern genutzt werden darf. Ausländische Produzenten, auch jene aus der Champagne, dürfen das Getränk nur noch als Schaumwein anbieten.

Für die französischen Champagner-Hersteller ist das eine echte Kampfansage. Schließlich kämpfen sie seit Jahrzehnten mit allen juristischen Mitteln um den Markenschutz ihres edlen Tropfens. Champagner dürfen sich nur die Schaumweine nennen, die aus der französischen Anbauregion Champagne kommen.

Die russische Niederlassung des französischen Herstellers Moët Hennessy kündigte zunächst die Einstellung der Lieferungen an. Zu Moët Hennessy, einer Tochter des Luxusgüterkonzerns LVMH, gehören die Champagner Moët & Chandon, Veuve Clicquot und Dom Perignon. Es wurde schon befürchtet, dass die Oligarchen in St. Petersburg und Moskau bald auf dem Trockenen sitzen könnten.

Doch letztendlich beugt sich der französische Wein- und Spirituosenhersteller der neuen Vorschrift in Russland und kennzeichnet seinen Champagner dort künftig als Schaumwein. Aufgrund der Etikettenänderung müssten die Lieferungen in das Land vorübergehend unterbrochen werden, teilte Moët Hennessy mit. (reuters/aze)