Mysteriöse Umstände

Psychologe über Nick Stolz' Verschwinden: Wollte er im Ausland neu anfangen?

29. Oktober 2019 - 10:43 Uhr

Alles was er hatte, legte er vor die Tür einer Bekannten

Am 28. September verließ Nick Stolz zum letzten Mal sein Elternhaus. In Richtung Universität, wie es hieß. Doch stattdessen reiste er von Voerde nach Aachen, wo er sein ganzes Hab und Gut vor die Haustür einer flüchtigen Bekannten legte. Dann ist er verschwunden. Eine Spur, die nach Südeuropa führt, verliert sich schnell. Im Interview mit RTL erklärt Psychologe Rudolf Egg, was es mit dem Verschwinden des 22-Jährigen auf sich haben könnte.

Falsche Fährte als Ablenkung

"Auf den ersten Blick schaut dieser Vermisstenfall so aus, als wollte jemand sich verabschieden von seinen Angehörigen, aber auch der ganzen Welt, sprich er wollte sich das Leben nehmen", sagt Rudolf Egg. Wenn man genauer hinsehe, dann gebe es aber Anzeichen dafür, dass der junge Mann, der bei Thyssenkrupp arbeitete und studierte, vielleicht eine falsche Fährte gelegt haben könnte.

"Es könnte sein, dass hier jemand Deutschland verlassen wollte, irgendwo ganz neu anfangen wollte in der Welt. Und er hat dann eher zur Tarnung, um eine Geschichte aufzubauen, Auto und Geld vor das Haus seiner Bekannten, die aber gar keine feste Bekannte war, gelegt, um eine Ablenkung zu haben für die Polizei, die in solchen Fällen ermittelt", mutmaßt Egg.

Nick Stolz (22) aus Voerde wird sei Ende September vermisst.
Nick Stolz (22) aus Voerde wird seit Ende September vermisst.
© Polizei

"Man will es ihnen nicht so schwer machen"

Am naheliegendsten sei es, dass Nick seinen Suizid habe vortäuschen wollen, um dann im Ausland ein neues Leben anzufangen, so der Psychologe. Und warum hat sich der junge Mann dann nicht von seinen Eltern und Freunden verabschiedet? Egg hat eine Vermutung: "Man will es ihnen nicht so schwer machen, weil man annimmt, dass sie versuchen werden, einen umzustimmen. Wenn man einen Entschluss gefasst hat, dann will man den auch umsetzten und sich nicht neuerlich beraten lassen."

Mutter der Bekannten alarmierte Polizei

Am 28. September verließ Nick demnach gegen 9.45 Uhr das Elternhaus in dem er wohnte. Doch der junge Mann kommt nicht mehr nach Hause zurück. Seine Familie ging anscheinend davon aus, dass der 22-Jährige auf dem Weg zur Uni war. Doch stattdessen fuhr er wohl nach Aachen. Dort soll er sein Paket dann vor die Haustür einer flüchtigen Bekannten gelegt haben. In einem beigelegten Brief habe gestanden: "Hallo Vicky, sehe es als Geschenk. Du bist eine wundervolle Frau. Mach´s gut."

Die Mutter der jungen Frau soll danach die Polizei alarmiert und von dem Paket erzählt haben. Vicky soll dann angegeben haben, den Vermissten, Nick, zuletzt vor zwei Jahren gesehen zu haben. Die Familie des Jungen hatte angeblich vorher noch nie etwas von Vicky gehört.