Schütze steht nun vor dem Hamburger Gericht

Mann beim Pinkeln ins Bein geschossen

In Hamburg-Altona wurde ein 26-Jähriger beim Pinkeln ins Bein geschossen.
In Hamburg-Altona wurde ein 26-Jähriger beim Pinkeln ins Bein geschossen.
© RTL

16. Juni 2021 - 13:19 Uhr

Opfer erlitt einen Trümmerbruch

Als der 26-Jährige B. am 14. Dezember 2020 in einen Garten in der Langenfelder Straße im Stadtteil Altona-Nord uriniert, ahnt er wahrscheinlich nichts Böses. Zumindest nicht das: Plötzlich schießt ein Mann aus einem fahrenden Auto heraus mehrfach von hinten auf den Oberschenkel des Wildpinklers – aus kürzester Distanz. Ein Projektil trifft den 26-jährigen B. Er erleidet einen Trümmerbruch des linken Oberschenkelkochens.

Der Schütze kann zunächst fliehen – wird aber kurze Zeit später im Stadtteil St. Pauli angehalten und festgenommen. Am Mittwoch muss sich der 35-jährige Schütze vor Gericht wegen gefährlicher Körperverletzung – und wegen Drogenhandels – verantworten.

Angeklagter schweigt vor Gericht

Der Angeklagte ist seit dem 24. Dezember 2020 in Untersuchungshaft. Zu den Vorwürfen sagt er vor Gericht nichts – auch auf die Vermutung der Staatsanwaltschaft, dass es sich bei dem Vorfall um eine Abstrafung aus dem Drogenmilieu handelt, reagiert er mit Schweigen. Der Angeklagte ist zusätzlich wegen Drogenhandels mit Heroin angeklagt.

Vor Gericht versucht eine Zeugin, die Polizistin Anna-Lena H., die Nacht zu rekonstruieren. Sie war mit einem Kollegen als erstes vor Ort: "Wir haben versucht mit dem Geschädigten zu reden, er konnte aber nicht gut deutsch. Die Nachbarin konnte übersetzen, aber viel haben wir nicht von ihm erfahren können."

Drogendeals mit Heroin

Der Angeklagte K. ist zweifach angeklagt – und muss sich zusätzlich zum Vorwurf der schweren Körperverletzung wegen Drogenhandels vor dem Hamburger Landgericht verantworten: Er soll zwischen Januar 2020 und Dezember 2020 in neun Fällen jeweils Heroingemenge an verschiedene Abnehmer gewinnbringend verkauft haben.

Ob und in welchem Zusammenhang die Vorfälle stehen, ist noch nicht bekannt. Es sind insgesamt neun Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil soll demnach am 9. August 2021 fallen. (fst)

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