Mord ohne Leiche

Prozess: 58-Jähriger soll Geschäftsmann getötet haben

11. November 2021 - 18:58 Uhr

Spuren eines Verbrechens

Am 21. Januar 2021 verschwindet der Frankfurter Geschäftsmann Alojzij Z. Einen Tag später findet die Polizei seinen schwarzen Porsche. Wenige Meter davon entfernt liegt sein Handy mit Spuren seines Blutes. Die Ermittler sind sich sicher: der 79-Jährige ist einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen.

Waren Mietschulden das Motiv?

Am Tag seines Verschwindens wollte Alojzij Z. seinem Hobby nachgehen. Der 79-Jährige war leidenschaftlicher Oldtimersammler. Um die Mittagszeit fuhr er von Frankfurt aus nach Hammersbach. Hier hatte er mehrere Autos untergestellt, um die er sich kümmerte. Laut der Ermittler kam er auch an seinem Ziel an. Doch was danach geschah, ist unklar.

Das Gelände, auf dem auch ein Autohaus und eine Fahrzeughalle stehen, gehörte dem 79-Jährigen. Größtenteils war es aber an einen 58-jährigen Büdinger vermietet. Die Ermittler gehen davon aus, dass es zu einem heftigen Streit zwischen Vermieter und Mieter kam, den Alojzij Z. nicht überlebte. Schon in der Vergangenheit soll es Unstimmigkeiten wegen offener Geldforderungen gegeben haben. Der Büdinger soll mehrere tausend Euro Mietschulden gehabt haben.

Von der Leiche fehlt jede Spur

Einen Tag nach dem Streit fand die Polizei den schwarzen Porsche des Frankfurter Geschäftsmannes in Maintal-Bischofsheim. Im Wagen lagen persönliche Kleidungsstücke und dessen Geldbörse mit mehreren hundert Euro Bargeld. Unweit vom Auto fanden Passanten auf der Straße ein Handy, das dem Vermissten gehörte und an dem sich Blutspuren befanden. Die kriminaltechnische Untersuchung ergab, dass es sich eindeutig um das Blut des 79-Jährigen handelt. Am 24. Februar nahm die Polizei den 58-jährigen Büdinger fest. Der Vorwurf: er soll den Frankfurter in einen Hinterhalt gelockt und ihn dann auf bislang unbekannte Weise getötet haben. Danach habe er die Leiche an einen unbekannten Ort gebracht.

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Heute beginnt vor dem Hanauer Landgericht der Mord-Prozess gegen den 58-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Heimtücke und Habgier vor. Neben Mord ist er unter anderem wegen Straftaten nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz angeklagt. Bei Durchsuchungen seiner Wohnung waren mehrere Hundert Patronen sowie ein Waffenarsenal, darunter eine Maschinenpistole, sichergestellt worden. Für den Prozess sind bis Januar mehrere Verhandlungstage angesetzt. Bis jetzt schweigt der Angeklagte zu den Vorwürfen. (dpa/ api)