„Direkter Sex ist am erfolgreichsten“

„Robin Hood“ der Samenspende: Joe Donor hat schon 150 Babys gezeugt

16. November 2020 - 15:55 Uhr

Noble Geste oder schmieriges Angebot?

Joe Donor aus den USA vergleicht sich selbst mit Robin Hood – nur eben mit Sperma statt Geld. Der private Samenspender hat seiner Aussage nach weltweit schon 150 Frauen geschwängert. Er will nur helfen, Kinderwünsche zu erfüllen, so der 49-Jährige. Seine Dienste gibt's gegen Aufwandsentschädigung oder sogar gratis. Reine Nächstenliebe oder eine Masche für möglichst viel ungeschützten Sex? Warum die Engländerin Chrizanne sich für einen Termin mit Joe entschieden hat und wie dieser abläuft, sehen Sie im Video.

„Ich helfe diesen Leuten“

Wie Joe Donor (auf Deutsch: "Spender") wirklich heißt, will er nicht verraten. Kontaktieren können ihn Frauen über seine Facebookseite – in einem Video mit nackten Manga-Figuren erklärt er, wie. Als Gegenleistung verlangt er nur die Erstattung seiner Reisekosten – für ihn eines der Hauptargumente, warum sich Frauen an ihn statt an professionelle Samenbanken wenden sollten, erklärt er im Interview mit RTL: "Ich helfe diesen Leuten. Das medizinische System kreiert künstliche Engpässe, um so unglaublich viel Geld von den Menschen verlangen zu können. Warum solltest du 10.000 Dollar für etwas bezahlen, was du auch für den Preis für Sprit und ein Hotelzimmer haben kannst?"

30 Prozent der Frauen entscheiden sich für Sex

Seine Erfolgsquote liege bei rund 10 Babys pro Jahr, erzählt Joe. Er bietet eine künstliche Befruchtung an, bei der sich die Frauen sein Sperma mithilfe einer Spritze einführen. Seine Empfehlung lautet allerdings: "Wenn du die beste Erfolgschance willst, solltest du die natürliche Befruchtung wählen" – also Sex mit ihm. Etwa 30 Prozent seiner "Kundinnen" würden sich ihm zufolge für diesen Weg entscheiden.

Aber wie sieht es mit sexuell übertragbaren Krankheiten aus? "Ich mache einmal im Jahr einen Test – oder häufiger, wenn die Frau das wünscht." Auf den Hinweis unseres Reporters, dass gerade bei der Befruchtung auf dem natürlichen Weg viel passieren könne, erklärt Joe schmunzelnd: "Es könnte auch ein Virus geben, das die ganze Welt zerstört."

Kontakt zu Spenderkindern – aber nicht zu den eigenen

Ein Blick in Joes Kindheit lässt erahnen, was seine Motive sind: "Ich wurde adoptiert, meine leiblichen Eltern waren in einer Notsituation. Trotzdem bin ich dankbar, dass sie mir das Leben geschenkt haben", erklärt er. "Wir können uns nicht aussuchen, wie wir geboren werden. Wenn einem etwas nicht gefällt, kann man das aber dann bei den eigenen Kindern korrigieren." Ob das klappt, ist allerdings fraglich: Zu vielen der Kinder, die Joe gezeugt hat, hat er regelmäßigen Kontakt. Mit seinen fünf eigenen Kindern aus vergangenen Beziehungen herrscht dagegen Funkstille.