Speiseöl kostet im Juni trotzdem 43 Prozent mehr als noch 2021

9-Euro-Ticket und Tankrabatt sorgen für leichten Dämpfer bei Inflation

9-Euro-Ticket und Tankrabatt dämpfen Teuerung ein wenig Inflation im Juni 2022
01:37 min
Inflation im Juni 2022
9-Euro-Ticket und Tankrabatt dämpfen Teuerung ein wenig

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Bei Strom oder Gas, beim Wocheneinkauf oder Tanken: Die Verbraucherpreise steigen und steigen. Im Juni hat die Inflation aber zumindest etwas an Tempo verloren - und lag bei 7,6 Prozent. Das hat das Statistische Bundesamt heute bestätigt. Im Mai lag die Inflation noch bei 7,9 Prozent. Warum die Entwicklung allerdings noch lange nicht für Entspannung sorgt, sehen Sie im Video.

9-Euro-Ticket und Tankrabatt dämpfen Inflation im Juni ein wenig

"Hauptursachen für die hohe Inflation sind nach wie vor Preiserhöhungen bei den Energieprodukten. Leicht dämpfend wirkten sich im Juni 2022 das 9-Euro-Ticket und der Tankrabatt auf die Gesamtteuerung aus", sagt Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes. Zumindest für den Moment positiv: Die Entlastungsmaßnahmen des Bundes zeigen zumindest ein wenig Wirkung. Das heißt:

  • Die auf drei Monate befristete Einführung des 9-Euro-Tickets zum 1. Juni 2022 wirkte sich preissenkend auf den öffentlichen Regional- und Personennahverkehr aus. Zudem dämpfte die Senkung der Mineralölsteuer ("Tankrabatt") die Kraftstoffpreise.
  • Die Teuerung im Vergleich zum Vorjahresmonat hat sich dadurch im Bereich Verkehr abgeschwächt (+8,3 Prozent). Im Mai 2022 hatte die Teuerung noch bei +16,3 Prozent gelegen.
  • Wegen der schwankenden Rohölpreise lässt sich die Auswirkung des Tankrabatts auf die Inflationsrate nicht exakt beziffern. Wären jedoch - ohne Entlastungsmaßnahmen - die Preise für Kraftstoffe und für den öffentlichen Personenverkehr im Juni 2022 unverändert gegenüber Mai 2022 geblieben, hätte sich der Verbraucherpreisindex insgesamt rein rechnerisch um 8,6 Prozent gegenüber Juni 2021 erhöht.

Teure Energie treibt Inflation an

Treiber der Inflation war im Juni vor allem die teure Energie: So lagen die Preise für Energieprodukte im Juni 2022 um 38 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, nach +38,3 Prozent schon im Mai 2022. Die Teuerung bleibt aber im Juni auch trotz gesunkener Mineralölsteuer hoch. Zu sehen an der Haushaltsenergie:

  • Dort zog der Preisanstieg für die Haushaltsenergie im Juni 2022 erneut an und betrug +40,7 Prozent (Mai 2022: +36,8 Prozent).
  • Insbesondere haben sich Preise für leichtes Heizöl mit +108,5 Prozent mehr als verdoppelt.
  • Auch die anderen Energieprodukte wie zum Beispiel Erdgas (+60,7 Prozent), feste Brennstoffe (+36,5 Prozent) und Strom (+22 Prozent) verteuerten sich merklich binnen Jahresfrist.

Die Preiserhöhung für Energieprodukte lag somit trotz der Entlastungsmaßnahme deutlich über der Gesamtteuerung, da sie von mehreren Faktoren beeinflusst wird (internationale Einkaufspreise, CO2-Abgabe, EEG-Umlage, etc.).

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Die Preissteigerungen auch im Bereich Lebensmittel haben nochmal angezogen: So erhöhten sie sich im Juni 2022 für die privaten Haushalte um 12,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit hat sich der Preisauftrieb erneut verstärkt (Mai: +11,1 Prozent, April 2022: +8,6 Prozent). Bei allen Nahrungsmittelgruppen wurden im Juni 2022 Preiserhöhungen beobachtet. Besonders teuer wurden:

  • Speisefette und Speiseöle (+43,1 Prozent).
  • Ebenso wurden für Fleisch und Fleischwaren (+18,9 Prozent),
  • Molkereiprodukte und Eier (+15,3 Prozent)
  • sowie Brot und Getreideerzeugnisse (+12,5 Prozent) Teuerungsraten im zweistelligen Bereich ermittelt.

(Reuters/dpa/lwe)

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