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Polizei sprengt Pädophilenring in Australien: Jüngstes Opfer erst 16 Monate alt

Über 800 Straftaten

Polizei sprengt Pädophilenring in Australien: Jüngstes Opfer erst 16 Monate alt

Australien: Polizei sprengt Pädophilen-Ring Über 800 Straftaten
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Über 800 Straftaten
Australien: Polizei sprengt Pädophilen-Ring

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Pädo-Ring in Australien nur die "Spitze des Eisbergs"?

Die australische Polizei hat einen mutmaßlichen Pädophilen-Ring gesprengt. Den Verdächtigen – unter ihnen auch ein Kinderbetreuer und ein Fußballtrainer – werden mehr als 800 Straftaten zur Last gelegt. Ermittlern zufolge habe der Ring Verbindungen in die ganze Welt.

Fälle auch in Europa, Asien, Kanada Neuseeland und den USA

14 Männer zwischen 20 und 48 Jahren wurden in New South Wales, Queensland und Western Australia festgenommen. Es geht um insgesamt 828 Fälle von Kindesmissbrauch und um die Produktion und Verbreitung kinderpornografischen Materials. „46 Opfer wurden in Australien identifiziert“, sagt Justine Gough von der australischen Bundespolizei. „Ihr Alter liegt zwischen 16 Monaten und 15 Jahren."

Timothy D., ein Mitarbeiter einer Kindertagesstätte, soll 30 Kinder missbraucht haben. Insgesamt werden dem 27-Jährigen 303 Taten vorgeworfen – unter anderem auch der sexuelle Missbrauch von Kindern unter zehn Jahren. Fußballtrainer Grant H. (30) werden 44 Fälle zur Last gelegt. Die Polizei betonte die perfide Masche, bei der die Männer ihre berufliche Autorität ausnutzten, um sich an ihren Schützlingen zu vergehen.

Offenbar handelt es sich jedoch nur um ein Fragment eines weltweit agierenden Rings. "146 Fälle wurden an Europa, Asien, die Vereinigten Staaten, Kanada und Neuseeland wegen möglicher Verstöße in diesen Ländern verwiesen.“ In den USA seien im Zuge der Ermittlungen drei Verdächtige wegen „mehrfacher Vergehen“ festgenommen worden, wie unter anderem „abc“ meldet.

Tipp aus den USA brachte den Fall ins Rollen

Die gemeinnützige US-Organisation „National Center for Missing & Exploited Children“ (NCMEC; übersetzt: Nationales Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder) hatte die australische Polizei bereits im Februar auf die Spur der Kinderschänder gebracht. Damals machte sie die Ermittler darauf aufmerksam, dass ein Mann in New South Wales kinderpornografisches Material hochlud, so Gough. Daraufhin wurde der 30-jährige Justin R. in Wyong festgenommen. Auf seinem Rechner entdeckte die Polizei Social Media Foren, in denen der Mann aktiv war. Der Ring habe sowohl das reguläre Internet genutzt, sich aber auch im Darknet ausgetauscht.

Australische und US-Ermittler hatten ihre Kräfte in der „Operation Arkstone“ gebündelt und 2020 fast ununterbrochen an den jetzt erfolgten Festnahmen gearbeitet. "Kein Kind sollte Missbrauch und Gewalt durch die Menschen ausgesetzt werden, denen es vertraut - sei es ein Familienmitglied, ein Kinderbetreuer oder ein Fußballtrainer“, sagte Gough. „Leider war dies bei den Opfern der Fall." Man werde jeden Stein umdrehen und jeden Hinweis akribisch verfolgen. „Die Operation Arkstone ist noch nicht vorbei“, versprach sie.