Interessenten müssen dafür in die Tasten hauen

Musik in den Ohren von Hobbyspielern: Hamburger Pianohaus verschenkt 15 Klaviere

25.08.2022, Hamburg: Yvonne Trübger, Inhaberin, steht hinter einem von 15 Klavieren, das anlässlich des 150. Jubiläums des Pianohauses Trübger gespendet werden soll. Das Pianohaus gehört zu den letzten Pianohäusern, die nicht nur eine Marke vertreten
150 Jahre gibt es bereits das Pianohaus Trübger im Hamburger Schanzenviertel.
gwe kde, dpa, Georg Wendt

Zum 150. Jubiläum gibt’s ein Geschenk vom Geburtstagskind! Ein Hamburger Pianohaus verschenkt tatsächlich Klaviere. Wer gewinnen will, muss zwar kein Virtuose am Klavier sein, aber Mühe in seine Bewerbung stecken.

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Gesamtwert der Klaviere: 115.000 Euro

15 Pianos sollen einen neuen Besitzer bekommen. „Das ist uns eine Herzensangelegenheit, weil die Kulturbranche in der Corona-Zeit so stark gelitten hat. Deswegen möchten wir für jedes Jahrzehnt, das wir bestehen, ein Piano verschenken und den Hamburgerinnen und Hamburgern so etwas zurückgeben“, erzählt Inhaberin und Klavierbauerin Yvonne Trübger (53) im Gespräch mit RTL. „Die Geschichte und die Leidenschaft, die da hinter steht, ist für uns entscheidend.“

Die Klaviere haben einen Gesamtwert von rund 115.000 Euro. Kein Wunder, dass einige Hamburger da ihren Ohren nicht trauen. „Ich habe schon einige Anrufe von Menschen bekommen, die das mitbekommen haben. Die konnten das gar nicht glauben.“

Geschenkte Klaviere sind eine Herzensangelegenheit

Aber die gelernte Klavierbauerin meint es ernst: „Es ist uns eine Herzensangelegenheit, etwas an Hamburg zurückzugeben, weil wir uns sehr mit der Stadt und der Musiklandschaft verbunden fühlen.“ 1872 hat ihr Urgroßvater Friedrich Reinhold Trübger das traditionsreiche Familienunternehmen gegründet. Nach ihrem Großvater und ihrem Vater leitet Yvonne Trübger das Pianohaus nun seit rund 25 Jahren alleinverantwortlich. „Ich habe darüber nachgedacht, was würden die drei Generationen vorher wohl über die Aktion gedacht haben. Ich glaube sie wären begeistert gewesen, es wäre total in deren Sinne gewesen und in deren Geist und Spirit.“

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Hamburg: Verschenkaktion soll nachhaltig sein

Mitmachen können Teilnehmer aus Hamburg und dem Speckgürtel, die das Klavierspielen lieben. So sollen sie die Chance auf ein eigenes Instrument bekommen, auch wenn das Geld dafür bisher vielleicht nicht gereicht hat. Trübger zu RTL: „Man muss nicht Klavier studiert haben oder schon zehn Jahre Unterricht haben. Die Freude soll im Fokus stehen.“ Vorerfahrung und große Lust am Spielen seien aber wichtig, da die Aktion nachhaltig sein soll. „Wir möchten damit etwas Gutes tun und dazu beitragen, dass die Leidenschaft fortgeführt werden kann. Wir wollen nicht, dass das Piano ein Jahr später bei Ebay landet.“

Vorgaben für die Bewerbung gibt es kaum. Auf der Website des Pianohauses Trübger finden Interessierte ein Bewerbungsformular und dann zählen Kreativität und die Geschichte: Egal, ob Text, Foto, Ton- oder Video-Aufnahme – alles ist möglich. „Jeden Tag rollen hier Bewerbungen und große bunte beklebte Umschläge ein. Jedes Mal freue ich mich und bin sehr gerührt“, sagt die Klavierbauerin.

Bis zum 19. September können Bewerbungen eingesendet werden

Am 6. Oktober, zum 150. Jubiläum des Pianohauses, sollen die 15 Klaviere der Marken „Yamaha“ und „Schimmel“ dann an die Gewinner übergeben werden. Die 53-Jährige: „Es wäre toll, wenn wir hinterher mit einem der Gewinner ein Konzert geben könnten, wenn er es denn möchte.“

Bewerbungen können noch bis zum 19. September an Yvonne Trübger gesendet werden. Musik in den Ohren aller Klavier-Fans! (sis/dpa)