Phototoxische Reaktion durch ätherische Öle

Wie ein harmloses Limetteneis bei Henry (5) zu heftigen Verbrennungen führte

25. Juni 2019 - 9:25 Uhr

Verbrannt durch das, was Kühlung bringen sollte

Ein leckeres Eis zur Abkühlung - welche Eltern würden ihrem Kind das bei dieser Hitze schon verweigern? Amy und Matt Parkin-Low, Eltern des 5-jährigen Henry, warnen jetzt allerdings im Netz mit drastischen Bildern. Denn ihr Sohn hat sich den Mund verbrannt, weil er Limetteneis gegessen hat.

Ein leckeres Eis kann auch gefährlich sein

Amy und Matt Parkin-Low und ihr Sohn Henry
Amy und Matt Parkin-Low und ihr Sohn Henry machten unbeschwert Urlaub in Mexiko - bis ein scheinbar harmloses Limetten-Eis ihnen und vor allem dem kleinen Henry alles vermieste.
© Instagram, instagram/amyantionette

Die junge Familie war gemeinsam im Mexiko-Urlaub. Und die Eltern ahnen zu diesem Zeitpunkt nicht, dass ein Eis ihren Jungen gleich in Gefahr bringen wird. Eigentlich wollen sie ihrem Kind etwas Gutes tun und kaufen ihm ein Limetteneis. Was dann passierte und wie es zu den Verbrennungen und Verätzungen kam, erfahren Sie im Video.

Phototoxische Reaktionen verheilen nur sehr langsam

Dermatologin Uta Schlossberger hat eine Erklärung für diese Phänomen: "Wir nennen es phototoxische Reaktion: Photo steht für das Sonnenlicht und das Toxische kommt aus den ätherischen Ölen mancher Pflanzen, die dann eben zu einer solchen Reaktion führen kann." Gottseidank aber ist diese Art von Reaktion sehr selten und tritt nur bei 16 von 100.000 Menschen auf. Aber bei Henry wird es Jahre brauchen, bis die Haut wieder ganz verheilt ist.

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Eine chemische Reaktion macht die Haut lichtempfindlich

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Limettensaft an sich ist nicht unbedingt gefährlich für die Haut - aber bei Sonneneinstrahlung reagiert die Haut mancher Menschen extrem. Es ist auf jeden Fall besser, Limettensaft von der Haut zu entfernen, bevor sie dem Sonnenlicht ausgesetzt wird.
© imago/Mint Images, imago stock&people

Gelangt der Saft von Zitrusfrüchten auf die Haut, führt das zu einer chemischen Reaktion, die die Haut extrem lichtempfindlich werden lässt. Wenn sie dann der Sonne ausgesetzt wird, kann es zu starken Reaktionen kommen. Die Symptome reichen von leichten Rötungen über Bläschen bis hin zu Verbrennungen zweiten Grades - je nachdem, wie lange man in der Sonne und wie viel Saft auf die Haut gekommen ist. Je blasser die Haut, desto stärker ist meist die Reaktion. Nasse Haut und Schweiß kann die Reaktion ebenfalls verschlimmern. Die beginnt meist innerhalb von 24 Stunden nach dem Kontakt mit der Sonne und erreicht ihren Höhepunkt nach zwei bis drei Tagen.

Entstehen kann eine phototoxische Dermatitis allerdings nicht nur durch Limetten. Auch andere Zitrusfrüchte, Feigen, Karotten, Sellerie, Fenchel, Pastinaken und Petersilie sowie der Riesenbärenklau (Herkulesstaude) enthalten sogenannte Furocumarine - Stoffe, die die Pflanze zur Abwehr verwendet und die menschliche Haut sonnenempfindlicher machen.

Was kann man tun, um eine phototoxische Reaktion zu verhindern?

Wer mit Zitrusfrüchten und Co. hantiert und dann in die Sonne will, sollte seine Hände und andere dem Saft ausgesetzte Stellen erst einmal gründlich mit Wasser und Seife reinigen. Insgesamt gilt für den Umgang mit Fruchtsäuren aus Zitrusfrüchten, dass sie Kinder nicht unbeaufsichtigt damit umgehen lassen sollten!