Gefühle kommen vor Sex

Phänomen Demisexualität: Was ist das eigentlich?

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23. Oktober 2019 - 8:28 Uhr

Emotionale Bindung muss besonders stark sein

Ob bisexuell, asexuell, homosexuell, Transgender, intersexuell: Sexualität hat viele Gesichter. Dazu zählt auch die Demisexualität. Wer demisexuell ist, der bewegt sich zwischen asexuell und sexuell. Viele werden das Gefühl kennen, aber was bedeutet das genau? Wir erklären es!

Keine Leidenschaft ohne tiefe Gefühle

Wahrscheinlich sind viele Menschen demisexuell, ohne es zu wissen. Der ein oder andere wird sich beim Lesen vielleicht wiedererkennen. Menschen, die demisexuell sind, verspüren keine sexuelle Anziehung anderen Menschen gegenüber, bis sie eine enge emotionale Beziehung zu ihnen aufgebaut haben.

Generell lässt sich die Demisexualität im Bereich der Asexualität ansiedeln. Demisexuellen Menschen fällt es schwer, mit flüchtigen Bekanntschaften oder Unbekannten zum Orgasmus zu kommen. Sie haben in der Regel sogar gar kein Interesse daran, mit ihnen zu schlafen. One-Night-Stands sind somit für demisexuelle Menschen fast ausgeschlossen.

Demisexualität hat aber nichts mit Religion, Überzeugung oder dem Aufsparen bis zur Ehe zu tun - es handelt sich um einen Gefühlszustand. Körperliches Begehren spielt für Demisexuelle einfach kaum eine Rolle, vielmehr liegt der Fokus auf dem Wunsch nach Gesprächen, Humor, Kennenlernen und Verständnis.

Anzeichen für Demisexualität

Wer sich jetzt fragt: Bin ich vielleicht demisexuell? Der kann dies an diesen möglichen Punkten erkennen:

  • Unsicherheiten in Sachen Sex: Die meisten Demisexuellen finden Sex eher uninteressant, wenn keine Emotionen oder Vertrautheit im Spiel sind.
  • Berühmtheiten und Unbekannte lassen einen völlig kalt: Die Freundinnen sprechen über einen Schauspieler, den sie heiß finden. Demisexuelle können dies in der Regel nicht nachvollziehen. Auch Strip-Clubs oder Pornografie sind für sie eher uninteressant.
  • Warum Flirten? Demisexuelle finden Flirten viel zu oberflächlich und suchen lieber tiefgründige Gespräche. Oft bekommen sie auch nicht mit, dass sie angeflirtet werden.
  • Dating ist wie ein Spießrutenlauf: Menschen, die demisexuell sind, haben große Angst, mit jemandem ins Bett zu gehen, den sie erst ein paar Mal getroffen haben. Für sie ist es einfacher, Freunde zu daten, da sie sich ihnen emotional schon näher fühlen.
  • Mit jemandem zu kuscheln, ist für Demisexuelle aufregender als Sex.
  • Aussehen ist für demisexuelle Menschen nicht ausschlaggebend, die Persönlichkeit steht im Vordergrund.
  • One-Night-Stands sind nicht drin. Mit Unbekannten zu schlafen, die sie über Tinder oder in Bars kennengelernt haben, ist für Demisexuelle nicht vorstellbar.

Generell fühlen sich Frauen eher demisexuell als Männer. Dennoch können sich sexuelle Neigungen im Laufe der Zeit auch verändern.