Einweg gegen Mehrweg

Pfandregeln bei Aldi, Lidl und Co.: Darum nehmen Discounter keinen Mehrwegpfand an

© Drazen Lovric

11. Juli 2019 - 18:31 Uhr

Eine "199-Quadratmeter-Regel" zeigt unfaires Pfandsystem

Wasser, Cola, Bier: Seit 13 Jahren sind fast alle Getränkeverpackungen pfandpflichtig. Doch Discounter wie Aldi, Lidl und Co. nehmen nur Einwegflaschen zurück – Pfandglas hingegen wird abgelehnt. Der Grund: Die 199-Quadratmeter-Regel.

Einwegflaschen ja, Mehrwegflaschen nein!

Seit Mai 2006 zahlen Kunden einheitlich 25 Cent für jede PET-Einwegflasche oder –dose. Das Pfandsystem ermöglicht es dem Kunden, seine PET-Flasche überall dort abzugeben, wo PET verkauft wird. Diese Reglung stört aber vor allem kleinere Getränkehändler, denn für sie ist es unfair. Sie müssen ebenfalls PET-Flaschen und -dosen vom Discounter annehmen, obwohl ihr Sortiment größtenteils aus Mehrwegflaschen aus Glas besteht. Discounter hingegen müssen diese nicht annehmen.

Für viele Getränkehändler ist dieses System nicht nur unfair, sondern auch existenzbedrohend. Schließlich müssen sie das Pfandgeld aus der eigenen Kasse auslegen und bleiben auf den Entsorgungs- und Transportkosten sitzen.

Darum nehmen Discounter keine Mehrwegflaschen zurück

Während Penny und Netto in Einzelfällen Glasflaschen zurücknehmen, sofern diese aus dem Sortiment gekauft wurden, nehmen Aldi, Lidl und andere Discounter-Supermärkte keine an. Grund dafür ist die "dritte Verordnung zur Änderung der Verpackungsverordnung".

Demnach müssen Einzelhändler mit einer gesamten Getränke-Verkaufsfläche von unter 200 Quadratmetern nur die Getränkeverpackungen zurücknehmen, die sie auch verkaufen. Darum räumen Aldi und Lid in der Regel maximal 199 Quadratmeter für Getränke frei. Sobald die Fläche für Getränke größer wäre, müssten auch sie Mehrwegflaschen zurücknehmen – doch das tun sie nicht.