Umwelthilfe kritisiert billiges Anwohnerparken im Norden

Parken müsse mindestens 360 Euro im Jahr kosten

Anwohnerparken
Autos stehen in einem Bereich, in dem zu einer bestimmten Zeit nur Anwohner parken dürfen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild
deutsche presse agentur

Für rund 30,70 Euro im Jahr können Anwohner in Schleswig-Holstein das ganze Jahr lang in ihrem Bezirk parken. Ein Preis, bei dem die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nur den Kopf schütteln kann: Das sei nämlich viel zu billig! Anwohnerparken im Norden müsse mindestens 360 Euro im Jahr kosten. Nur so könnten Menschen mit einem Auto ihren Pkw-Besitz hinterfragen. Wird das Parken jetzt teurer?

Bus- und Bahnfahren wird immer teurer

Hintergrund der Kritik: Vor zwei Jahren wurde das Straßenverkehrsgesetzes geändert – eigentlich zugunsten der Länder. Denn nach dieser Änderung ist es Bundesländern möglich, eigene Gebührenordnungen zu erlassen, die über die bis dahin bundesweit geltende Obergrenze von 30,70 Euro pro Jahr hinausgehen. Länder wie Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern machten da aber nicht mit, die Gebührenordnung änderte sich in den beiden norddeutschen Bundesland nicht.

Ein weiterer Kritikpunkt der Naturschutzorganisation: Das Bus- und Bahnfahren sei in Deutschland immer teurer geworden, die Gebühren für Parkausweise seien aber über Jahre gedeckelt gewesen.

Parken in Hamburg kostet 65 Euro

Insgesamt ermöglichten bislang sechs Bundesländer ihren Kommunen höhere Gebühren als 30,70 Euro pro Jahr festzulegen: Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen. Hamburg verlangt nach Ansicht der Umwelthilfe mit 65 Euro jährlich aber weiterhin zu wenig.

Mecklenburg-Vorpommern zieht nun nach: Noch in diesem Jahr sollen die Gebühren steigen. Städte wie Schwerin und Rostock hatten bereits von der Landesregierung die Möglichkeit zur Anhebung der Gebühren gefordert. Ein erster Entwurf einer neuen Gebührenordnung liege bereits vor. Was sich genau ändern soll, weiß die Umwelthilfe noch nicht.

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In Schleswig-Holstein sind keine teureren Gebühren geplant

Und Schleswig-Holstein? Da passiert vorerst wohl nichts. Neben Bayern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt zählt das nördlichste Bundesland zu den Ländern, die noch keine Regelungen getroffen hätten. Dabei könnte eine Erhöhung doch so einfach und effektiv sein, zumindest wenn es nach der DUH geht. Andere europäische Städte, wie Amsterdam oder Stockholm, machen es schließlich vor – hier seien Parkgebühren von mehreren Hundert Euro bereits gängige Praxis. (fst/dpa)