19. April 2019 - 8:29 Uhr

Extremsituation für die Eltern Brigitte und Bernd Reusch

Brigitte und Bernd Reusch sind gefasst. Als wir das Ehepaar zum Interview treffen, scheint es zumindest so. Seit dem 18. Februar ist ihre Tochter Rebecca verschwunden. Immer wieder machte die Familie in Interviews auf ihre "Becci" aufmerksam. Sie zeigen Kraft, betonen den Zusammenhalt der Familie. So kurz vor Ostern steht für die Familie fest: "Die Familie ist zusammen, also die, die noch da sind, mit denen werden wir etwas machen. Das Leben geht weiter", so Bernd Reusch. Was diese Extremsituation für die Ehe und den Zusammenhalt in der Familie bedeutet - im Video-Interview.

"Wir lassen nicht locker"

"Wir haben die Hoffnung, dass wir Becci noch finden", sagte Bernd Reusch, als wir mit ihm über Hinweise gesprochen haben, die zu seinem Kind führen könnten. Das Verhältnis zur Polizei scheint getrübt, immer wieder hatte die Familie die Arbeit kritisiert. Dabei hat die Staatsanwaltschaft ihre volle Unterstützung zugesagt: "Wir lassen nicht locker, wir können nicht über alles reden, was wir tun. Wir suchen unverändert nach Rebecca." Und doch bleibt da die Angst, dass der Fall irgendwann mal zum Cold-Case werden könnte. Nämlich dann, wenn Ermittlungen nicht zum Ziel führten und Hinweise ausblieben.

"Wir wollen keine Betreuung"

Doch was macht das mit einer Familie, wenn da plötzlich jemand fehlt? Familie Reusch versucht, so normal wie möglich weiterzumachen. "Wir sind eine Familie und wir haben den Geburtstag meiner Enkelin gefeiert und bei uns ist alles schön", erzählte Brigitte Reusch. Dabei rieb sie sich die Augen. Auf eine psychologische Betreuung wolle die Familie vorerst verzichten. "Wir wollen noch keine Betreuung haben. Noch haben wir Hoffnung, noch suchen wir. Wenn irgendwann ein schlechtes Ergebnis kommt, dann kann es sein, dass wir Betreuung brauchen," so Vater Bernd Reusch.

Bis sie endlich Gewissheit haben, gehen Brigitte und Bernd Reusch davon aus, dass sie ihre Tochter bald wieder in den Armen halten können. "Wir würden gerne eine lebende Rebecca suchen."