So sehen Sie die Oscar-Filme im TV, Stream oder Kino

Oscars 2022: Hier können Sie den besten Film "Coda" online im Stream sehen

Die zehn Filme, die in der Kategorie "Bester Film" ins Oscar-Rennen gehen, online sehen
Die zehn Filme, die in der Kategorie "Bester Film" ins Oscar-Rennen gehen, online sehen
© picture alliance

22. April 2022 - 12:40 Uhr

von Mireilla Zirpins

Fiebern Sie in der Oscar-Nacht wieder mit und drücken ihren Lieblingsstars die Daumen und hoffen, dass den Goldjungen für den besten Film der gewinnt, der Ihnen im letzten Jahr am besten gefallen hat? Das Tolle ist ja, dass die Zeiten vorbei sind, in denen lauter Filme ausgezeichnet wurden, die hierzulande noch keiner gesehen hat. Und so wurde am 27. März in Los Angeles bei der 94. Oscar-Verleihung auch ein Film ausgezeichnet, der schon online im Stream zu sehen ist. Wo sie Oscar-Gewinner "Coda" und auch die übrigen Oscar-Filme sehen können, erfahren Sie hier.

Oscar-Gewinner „CODA“ von Siân Heder

Emilia Jones als Ruby und Oscar-Gewinner Troy Kotsur als ihr Filmpapa in "CODA"
Emilia Jones als Ruby und Oscar-Gewinner Troy Kotsur als ihr Filmpapa in "CODA"
© Apple+/imago

"CODA" von Siân Heder war in "nur" drei Kategorien nominiert – und gewann in allen, unter anderem überraschend in der Kategorie "Bester Film". In der völlig kitschfrei inszenierten Coming-of-Age-Geschichte geht es um die junge Ruby (Emilia Jones), die als einzige in ihrer gehörlosen Familie hörend ist – CODA (child of deaf adults) bezeichnet ein Kind gehörloser Eltern. Und das Interessante an diesem extrem gut gelaunten und leichtfüßigen Drama ist, dass hier nicht die Menschen mit Behinderung die sind, die sich als Außenseiter fühlen, sondern es ist ihre Tochter, die sich zwischen den Stühlen fühlt – zwischen den hörenden Kids in ihrer US-High School, die sich über Rubys gehörlose Verwandtschaft lustig machen und zwischen ihren Eltern und ihrem Bruder, die eine Front zu bilden scheinen gegen die einzige hörende Person in ihrem Haushalt. Ruby hat ganz andere Sorgen. Sie hat erstmals ein Auge auf einen Mitschüler geworfen und meint es, anders als ihre sexbesessene BFF, richtig ernst. Und dann legt der extravagante Chorleiter ihr noch nah, für die Aufnahmeprüfung an einem Musik-College zu üben. Doch dann würde Ruby in ihrer Familie fehlen. Die sind einfache Fischer und auf Ruby als Übersetzerin angewiesen. Und megapeinlich! Schließlich können sie nie die Finger voneinander lassen.

Ein emotionaler Film mit toller Musik und gutem Humor, der ans Herz geht. Einen Oscar gab's nicht nur in der Kategorie "Bester Film", sondern auch für das Drehbuch von Regisseurin Siân Heder und für Troy Kotsur in der Kategorie "Bester Nebendarsteller". Er spielt schrullig und herzlich zugleich Rubys Papa, der nach all den Jahren zum Entsetzen seiner Tochter immer noch scharf auf seine Frau ist, seinen erwachsenen Sohn beim Tindern unterstützt und gern einen fahren lässt: "Warum hat Gott Püpse stinken lassen? Damit gehörlose Menschen sie auch genießen können." Herrlich!

Wer ein Abo bei Apple TV+ hat, kann den Film dort streamen.

„The Power of the Dog“ von Jane Campion ist bei Netflix zu sehen

Oscar-Einstimmung: Hier gibt es die zehn "Besten Filme" 2022 zu sehen
Vergangenheit trifft Zukunft: Benedict Cumberbatch in "The Power of the Dog" (li.) und Timothée Chalamet in "Dune".
© © 2019 Warner Bros. Entertainment Inc. / Netflix/Kirsty Griffin, SpotOn

Mit zwölf Nominierungen führte "The Power of the Dog" das Feld an. Kein Film war für so viele Oscars nominiert wie Jane Campions eigenwilliger und intensiver Spätwestern. Benedict Cumberbatch überrollt uns darin mit einer ungekannt explosiven Mischung aus toxischer Männlichkeit und unterdrückter Homosexualität. Er spielt einen Cowboy, der in puncto Manipulation und Mobbing alle Register zieht, als sein Bruder (Jesse Plemons) eine Witwe (Kirsten Dunst) heiratet, die mit ihrem fast erwachsenen Sohn (Kodi Smit-McPhee) bei den beiden einzieht.

Bei zahlreichen Preisen von Golden Globes bis zu den BAFTAs hatte Jane Campion schon abgeräumt mit "The Power of the Dog". Einen Oscar hat Regisseurin Campion schon – allerdings fürs beste Drehbuch. Den gab's 1994 für "Das Piano". Diesmal hatte sie gleich drei Chancen auf den Goldjungen – für die beste Regie, fürs beste Drehbuch und als eine der Produzentinnen in der Kategorie "Bester Film". Und alle vier Darsteller sind ebenfalls nominiert. Am Ende triumphierte "The Power of the Dog" nur in einer Kategorie – beste Regie! Einer der möglichen Gründe? "The Power Of The Dog" ist "arthousiger" und seziert eher nüchtern, hier geht's eher um unterdrückte Gefühle – ganz anders also als in einem Liebhab-Film wie "CODA". Sehenswert sind sie beide.

Anschauen kann man "The Power of the Dog" beim Streamingdienst Netflix

Lese-Tipp: Diese Filme haben 2021 bei den Oscars abgeräumt

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„Dune“ von Denis Villeneuve gibt es bei Streaming-Diensten und auf DVD

Denis Villeneuves mutige Neuauflage von David Lynchs unpopulärer "Dune"-Leinwandadaption war für uns eine der positiven Überraschungen des Jahres 2021. Keine Minute der knapp zweieinhalb Stunden war zu viel, und wir freuen uns, dass es einen zweiten Teil geben wird mit dem imposanten Sandwurm, mit der schön undurchsichtigen Rebecca Ferguson als Übermutter Jessica Atreides und vor allem mit dem charismatischen Timothée Chalamet, der allen Zweiflern zeigen durfte, dass er mehr ist als der schlaksig-schüchterne Frauenheld. Richtig gelungenes Actionkino, gleich zehnfach nominiert bei den Academy Awards 2022, vor allem in Kategorien, in denen SciFi-Filme gern punkten: Kamera, Kostüme, Spezialeffekte, Ton, aber eben auch im Rennen als möglicher "Bester Film". Am Ende sahnte "Dune" 6 Academy Awards ab!

Lese-Tipp: "Dune" – genau so wollen wir das im Kino sehen

Den Film kann man gleich bei verschiedenen Anbietern streamen: Bei Amazon Prime, Maxdome, Magenta TV und Apple TV+ kann man "Dune" in verschiedenen Qualitäten ausleihen oder kaufen. Bei Sky Ticket und Sky Go ist "Dune" im Abo inkludiert und kann im Sky Store auch geliehen oder erworben werden. Und auf DVD kann man den Film auch schon kaufen*.

„West Side Story“ von Steven Spielberg gibt's schon zum Streamen

In Steven Spielbergs „West Side Story“ fliegen die Petticoats. Vorn im Bild: Ariana DeBose
In Steven Spielbergs „West Side Story“ fliegen die Petticoats. Vorn im Bild: Ariana DeBose
© AP, Niko Tavernise

Auch Steven Spielbergs "West Side Story" ist eine Neuauflage – in diesem Fall aber eine, auf die Fans des Musicals zum Teil gar nicht gewartet hatten, weil sie mit der Verfilmung von Robert Wise aus dem Jahr 1961 immer noch zufrieden waren. Regie-Legende Steven Spielberg hat sich trotzdem getraut und selbst Menschen mit Vorbehalten überzeugt, dass seine Neuinterpretation der modernen Romeo-und-Julia-Variante mit Jungstars wie Ansel Elgort und Rachel Zegler prima funktioniert und auch heute noch berührt. Fanden die Mitglieder der Academy auch und nominierten "West Side Story" für gleich sieben Oscars, darunter Regie, Bester Film, Kamera – und Ariana DeBose für ihre Power-Performance als Anita. Die Latte lag allerdings hoch: Der Film von 1961 gewann damals zehn Oscars. Letztlich zu hoch für die Neuauflage, doch immerhin den Oscar für die beste Nebendarstellerin räumte Steven Spielbergs "West Side Story" ab.

Lese-Tipp: Frischer Wind unter den Petticoats in "West Side Story"

Den Film kann man bei Amazon Prime Video, bei Apple TV+ und im Sky Store in verschiedenen Qualitäten kaufen. Für Abokunden von Disney+ gibt's die Musicalverfilmung sogar ohne Aufpreis. Und auch klassisch als DVD kann man "West Side Story" erwerben*.

„Belfast“ von Kenneth Branagh ist noch im Kino zu sehen

Ebenfalls sieben Nominierungen (und einen Oscar für das beste Originaldrehbuch) gab es für Kenneth Branaghs erklärtermaßen bislang persönlichsten Film "Belfast". Darin erzählt der Schauspieler und Regisseur überwiegend in Schwarz-Weiß-Bildern die autobiographisch inspirierte Geschichte eines filmverrückten Jungen, dessen Familie sich im Nordirlandkonflikt der späten 1960er Jahre die Frage stellen muss, ob sie ihre Heimat und damit alles, was sie dort verwurzelte, zurücklässt. Zunächst geht's weiter betulich zu im Mikrokosmus von Buddy aus Belfast, einer in gleißendes Licht getauchten Straße in einem gemischten Viertel, aus dem Protestanten die Katholiken rausmobben wollen. Für die Kids dreht sich das Leben erstmal weiter um Mutproben wie Süßigkeitendiebstahl im Kiosk oder Buddys Gefühle für die Klassenbeste, aber immer mehr halten die Konflikte der Erwachsenen Einzug in das Kinderleben. Eine Story, die vor dem aktuellen Hintergrund des Ukraine-Kriegs umso mehr anrührt, zumal wir die Gewalteskalation aus Kinderaugen miterleben. Ein Film, der mit viel Liebe erzählt, ohne zu sehr auf die Tränendrüse zu drücken – und Jamie "50 Shades Of Grey" Dornan singt "Everlasting Love".

Aktuell ist der Film noch im Kino zu sehen. Die DVD kann man für den 12. Mai vorbestellen.

Lese-Tipp: Enthüllt: DAS ist in den Oscar-Giftbags für die Stars

„King Richard“ von Reinaldo Marcus Green läuft aktuell im Kino

Sechs Nominierungen gab's für das Filmdrama "King Richard" mit Will Smith (53). Er spielt darin Richard Williams, den so eigenwilligen wie ehrgeizigen Vater der Tennis-Schwestern Serena und Venus Williams. Anders als in vielen Sportler-Biopics stehen nicht die Tennisspielerinnen und ihre Selbstüberwindung bis zum sportlichen Erfolg im Vordergrund, sondern vor allem die Vaterfigur: ein Mann, der unbeirrbar seinen Weg vom American Dream geht, egal wie er von anderen angefeindet wird. Nominierungen gab's für Dixons und Beyoncés Filmsong "Be Alive", für das Original-Drehbuch und den Schnitt, für Aunjanue Ellis, die Mama Brandy Williams spielt und gleich zwei für Will Smith – in den Kategorien "Bester männlicher Hauptdarsteller" und als einer der Produzenten auch in der Rubrik "Bester Film". Vor allem für den Schauspiel-Oscar galt er als aussichtsreicher Kandidat – nicht nur, weil er als Überpapa "King Richard" alles gibt, sondern weil er auch schon zwei Mal leer ausging – und gewann 2022 wirklich einen Oscar. Allerdings machte Will Smith an diesem denkwürdigen Abend auch mit einer Attacke auf Chris Rock gewaltige Schlagzeilen.

"King Richard" läuft aktuell noch in den Kinos und ist erst ab 24. Mai bei Streaming-Diensten verfügbar. Auf DVD kann man ihn vorbestellen fürs Erscheinungsdatum 19. Mai.

„Don't Look Up“ von Adam McKay läuft bei Netflix

Vier Oscar-Nominierungen heimste Adam McKays "Don't Look Up" ein, einen Goldjungen gewann der Film nicht. Die starbesetzte Politsatire lässt Leonardo DiCaprio und Jennifer Lawrence als Wissenschafts-Duo gegen die Ignoranz ihrer Mitmenschen kämpfen. Denn nicht nur die US-Präsidentin, von Meryl Streep als weibliche Trump-Parodie angelegt, glaubt den beiden nicht, dass ein Asteroid sich geradewegs auf die Erde zubewegt. Das ist natürlich eine bitterböse Reflektion darüber, wie wir mit realen existenziellen Bedrohungen wie der Corona-Pandemie und dem Klimawandel umgehen, aber ohne erhobenen Zeigefinger und ohne das Pathos von Filmen wie "Armageddon". Bei zahlreichen Filmkritikern kam die kunterbunt-desillusionierende Zukunftsvision nur mittelmäßig an, unter anderem weil nicht alle Gags zünden und ihr auf der Hälfte ein bisschen die Luft ausgeht. Die meisten anderen fanden "Don't Look Up" aber super: andere Journalisten, weil sie das Thema an sich enorm wichtig finden, das Publikum, das fleißig streamte und auch die Oscar-Academy, die Schnitt, Drehbuch und Original-Score nominierte sowie Adam McKay und seinen Mitproduzenten Kevin J. Messick in der Kategorie "Bester Film".

Als Netflix Original ist der Film bislang nur bei diesem Streaming-Dienst zu sehen.

„Nightmare Alley“ von Guillermo del Toro - seit 16.3. im Stream bei Disney+

Ebenfalls vier Oscar-Nominierungen und ebenfalls keine Auszeichnungen strich der düstere Psychothriller "Nightmare Alley" von Guillermo del Toro ein. Der Regisseur gewann 2018 gleich zwei Oscars für "The Shape of Water" ("Beste Regie" und "Bester Film"). Bradley Cooper spielt darin einen Typen, der Dreck am Stecken hat und auf einem Jahrmarkt strandet. Als "Mentalist" will er zusammen mit der schönen und naiven Molly (Rooney Mara) das große Geld machen und gerät an die ebenso schöne, aber ganz schön undurchsichtige Psychologin Lilith (Cate Blanchett). Nominiert wurde "Nightmare Alley" nicht nur in der Kategorie Bester Film, sondern auch für Kameraarbeit, Ausstattung und Kostüme. Optisch ist in diesem Remake von "Der Scharlatan" aus dem Jahr 1947 alles vom Feinsten. Das Neo-Noir-Movie besticht mit farbgewaltigen Bildern, in denen es aus Eimern schifft und tollen Art-Deco-Interieurs, die ausschauen wie Bilder aus einem Rohrschach-Test.

Das will man auf der großen Leinwand sehen. Seit dem 16.3. gibt es den Film im Stream bei Disney+. Kurz nach den Oscars, ab 31. März, ist der Film auch als Blu-ray und DVD* erhältlich.

„Drive My Car“ von Ryūsuke Hamaguchi läuft noch in wenigen Programmkinos

Auch "Drive My Car" wurde für vier Oscars nominiert und gewann den Preis für den besten internationalen Film – nominiert war der Streifen auch in der Kategorie "Bester Film". Dazu gab's Chancen auf einen Oscar für die "Beste Regie" und das "Beste adaptierte Drehbuch" – die Story basiert auf Kurzgeschichten von Kultautor Haruki Murakami. Betont lakonisch und in atmosphärischen Bildern erzählt Regisseur Ryūsuke Hamaguchi von einem Schauspieler und Regisseur, dessen Frau unter etwas mysteriösen Umständen ums Leben kommt. Als er an einem Theaterfestival teilnimmt, wird ihm eine junge Frau als Fahrerin zur Verfügung gestellt. Nee, nicht was Sie jetzt vielleicht denken! Auf den ersten Blick scheint die Handlung auf einen Bierdeckel zu passen, aber fast beiläufig passiert in diesem Kritikerliebling eine ganze Menge. Da engagiert unser Regisseur auf einmal den jungen Hottie, der kurz vor ihrem Tod was mit seiner Frau hatte… Wer keine Angst vor 3-Stunden-Filmen hat bei denen erst nach einer Dreiviertelstunde der Vorspann durchfilmmert, kriegt hier feinstes Arthouse-Kino mit Sex, coolem Styling und feinem Humor.

Aktuell gibt es den Film noch in keiner Streaming-Bibliothek, aber vereinzelt läuft er noch in Programmkinos.Der Heimkinostart für DVD und Video on demand ist für den Mai geplant.

„Licorice Pizza“ von Paul Thomas Anderson - vereinzelt noch im Kino

Dreifach nominiert war "Licorice Pizza" von Kritiker-Liebling Paul Thomas Anderson – in den Kategorien "Bester Film", "Beste Regie" und "Bestes Drehbuch". Dabei ist der außergewöhnliche Autorenfilm vor allem auch ein Schauspielerfilm. Im Grunde ist es ein Coming-of-Age-Film, eine Boy-meets-Girl-Geschichte in lauter netten kleinen Episoden, nur dass der Boy hier zehn Jahre jünger ist als die junge Frau, auf die er ein Auge geworfen hat. Und dass der Junge gespielt wird von Cooper Hoffman, dem Sohn des früh verstorbenen Philip Seymour Hoffman. Und das "Mädchen" von Alana Haim von der Indie-Band Haim – zwei Newcomer, die das einfach großartig machen. Dazu gibt's in dieser Liebeserklärung an die Lässigkeit der frühen 1970er herrlich komische Gastauftritte von Stars wie Bradley Cooper und Sean Penn. Was will man mehr?

Na klar, das Ganze irgendwo gucken! Auch hier muss man momentan noch auf die Programmkinos hoffen, denn der Film ist noch nicht in den Streaming-Portalen angekommen und lässt sich bislang nur auf DVD vorbestellen für den 30. Juni 2022.

Lese-Tipp: Papa wie aus dem Gesicht geschnitten – Cooper Hoffman gibt sein Schauspieldebüt

Encanto, James Bond 007 keine Zeit zu sterben, Parallele Mütter: Auch diese Oscar-Filme können Sie streamen

Doch nicht nur diese zehn Filme machten bei den Oscar-Nominierungen Furore. In vielen anderen Kategorien waren weitere spannende Filme nominiert, die man jetzt schon streamen oder aktuell im Kino sehen kann.

Jessica Chastain gewann den Oscar als "Beste Hauptdarstellerin" für ihre Leistung in "The Eyes Of Tammy Faye" – und es ist wirklich ihr zu verdanken, dass man sich überhaupt einen Film über Tammy Faye angucken will. Die war in den 1960ern bis 70ern Fernsehpredigerin – beliebt, aber durchaus auch umstritten, unter anderem weil ihr Prediger-Gatte (im Film cool gespielt von Andrew Garfield) in großem Stil Spendengelder abzockte. Und diese Tammy Faye war eine echte seltsame Erscheinung: irgendwie bigott und an Künstlichkeit nicht zu überbieten. Jessica Chastain spielt sie mit einer enormen Einfühlungsgabe, ohne sie lächerlich zu machen. Mit Betty-Boop-Stimme und immer dicker werdendem Make-up verschwindet die hübsche Schauspieler zunehmend unter der Maske und wird doch immer besser. Ohne Jessica Chastain hätten wir nie erfahren, dass Tammy Faye ein Herz für die LGBTQ+-Community hatte – in einer Zeit, in der das nicht nur in der Kirche unpopulär war. Wer ein Disney+-Abo hat, kann den Film dort kostenlos ansehen.

Bei Kids ist gerade "Encanto" (dreifach im Oscar-Rennen, ausgezeichnet als "Bester Trickfilm") beliebt. Das herzige und herrlich bunte Animationsabenteuer um eine kolumbianische Familie, bei der alle außer der armen Mirabel mit magischen Talenten gesegnet sind, ist bei Disney+ als Stream verfügbar.

Den letzten Bond-Film "Keine Zeit zu sterben" gibt es nicht nur im Stream gegen Gebühr bei Amazon, Apple, Sky oder Google, sondern auch auf DVD. Auch das 007-Abenteuer war dreifach nominiert. Einen Oscar gab's dann tatsächlich – für Billie Eilish und ihren Bruder Finneas O'Connell, die den Goldjungen in der Kategorie "Bester Filmsong" abräumten.

Gerade gestartet ist "Parallele Mütter" (zwei Nominierungen) von Pedro Almodóvar mit Penélope Cruz in einer der Hauptrollen – ein wunderbarer Film über zwei starke Frauen, die sich bei der Geburt ihrer Kinder kennenlernen und fortan als Alleinerziehende durchschlagen müssen. Die Teenage Mom Ana (Milena Smit) und die gestandene Fotografin Janis (Penélope Cruz), bei der die biologische Uhr schon stark tickte, verbindet dann doch mehr, als sie zunächst dachten. Ein berührender, amüsanter und bewegender knallbunter Film, der ganz den Frauen gehört und elegant en passant sehr ernste Themen anspricht. Mehr können wir hier nicht verraten, ohne zu spoilern!

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