OP-Skandal in Hannover: Ärzte vergessen 16 Fremdkörper im Körper des Patienten

Entdeckt wurden die Gegenstände erst Monate nach der Operation im Henriettenstift in Hannover. Photo: Symbolbild.
© dpa, Friso Gentsch

14. Januar 2013 - 20:32 Uhr

Der Mann ist inzwischen tot

Skandal an einer Klinik in Hannover: Unfassbare 16 Fremdkörper vergaßen die Ärzte bei einer Darm-OP im Körper des Patienten – darunter eine OP-Nadel und diverses Verbandsmaterial.

"Ein solches Ausmaß von Fremdkörpern, die nach einer OP im Körper vergessen wurden, ist in der medizinischen Fachliteratur einmalig", erklärt Medizinrechtlerin Annette Corinth, die die Hinterbliebenen des Patienten vertritt. Der Mann war im April 2012 gestorben.

Klinik macht Angebote, aber kein Schuldeingeständnis

Entdeckt wurden die Gegenstände erst Monate nach der Operation im Henriettenstift in Hannover, wo dem damals 74-Jährigen ein künstlicher Darmausgang gelegt wurde. Seit 2010 streiten sich die beiden Seiten um Schmerzensgeld. Der Hausarzt attestierte dem Kläger, dass die groben Behandlungsfehler entscheidend zu seinem schlechten Zustand beigetragen hätten.

Die Versicherung der Klinik und des zuständigen Arztes bot dem Mann zunächst 500 Euro Schmerzensgeld. "Das ist ein Skandal", sagte die Anwältin der Kläger. Inzwischen werden den Hinterbliebenen 15.000 Euro geboten. Dies sei aber nicht als generelles Schuldeingeständnis zu werten, erklärte die Versicherung der Klinik. "Wir haben der Anwältin diverse Angebote unterbreitet", sagte eine Sprecherin. Die Klinik möchte sich zu dem Fall derzeit nicht äußern.