Ein Fahrt für die Ewigkeit

Olympia-Wahnsinn: Deutsche Damen demütigen Großbritannien mit Sensations-Weltrekord

Was für eine Demonstration!
Was für eine Demonstration!
© Getty Images, Bongarts, JC / AGU

03. August 2021 - 11:54 Uhr

Historische Klatsche für Großbritannien

Nach ihrer schier unglaublichen Triumphfahrt kamen Lisa Brennauer und Co. noch auf dem Rad aus dem Jubeln kaum heraus. Die Goldmedaille, dazu die verrückte Weltrekordshow - der deutsche Bahnrad-Vierer sorgte in der Mannschaftsverfolgung für einen historischen Erfolg. Es war der erste Olympiasieg eines deutschen Frauen-Teams in der Königsdisziplin des Bahnrad-Sports, und das in einer unnachahmlichen Art und Weise.

Wilder Weltrekord-Showdown

Bereits im Vorlauf hatte das deutsche Quartett einmal mehr einen Weltrekord aufgestellt. Im überraschend einseitigen Finale ließen Brennauer, Franziska Brauße, Lisa Klein und Mieke Kröger keine zwei Stunden später dann in 4:04,242 Minuten eine weitere Weltbestmarke, die dritte insgesamt, folgen und damit Olympiasieger Großbritannien hinter sich. Sie holten die erste Goldmedaille für den Bund Deutscher Radfahrer bei den Wettkämpfen im Izu Velodrome.

"Oh mein Gott, in was für einer Zeit. Ich hätte niemals gedacht, dass das in den Mädels überhaupt steckt. Sie vermutlich vor ein paar Monaten auch nicht", sagte die zweimalige Olympiasiegerin Kristina Vogel in ihrer Rolle als ZDF-Expertin: "Es ist fantastisch, was sie für eine Leistung gebracht haben. Das ist unfassbar." Genau das hatten sich die vier deutschen Frauen zuvor ausgemalt. "Träumen darf man immer", hatte Brennauer am Vortag gesagt, als sie gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen in der Qualifikation den fünf Jahre alten Weltrekord von Großbritannien um fast drei Sekunden unterboten hatte. Doch der sollte nicht lange Bestand haben.

Im Vorlauf am Dienstag unterbot zunächst Großbritannien die deutsche Bestmarke, dann konterte wieder das deutsche Team in 4:06,159 Minuten. Im Finale vor mehreren hundert Zuschauern kam es dann zum direkten Duell der Top-Nationen, in dem Deutschland die größeren Kraftreserven hatte und sogar noch einen drauf setzte: Der Vorsprung betrug unglaubliche 6,365 Sekunden. Die Britinnen wurden sogar fast eingeholt, eine historische Demütigung! Bronze ging an die USA. (tno)