Im exklusiven RTL-Interview

Verfolgtes Athleten-Paar aus Belarus offenbart: "Wenn jemand fiel, wurde er verprügelt"

09. August 2021 - 13:37 Uhr

Sie mussten einst die gleichen Ängste wie Timanowskaya durchstehen

Der Fall Timanowskaya treibt die Sportwelt immer noch um, auch wenn die belarussische Athletin mittlerweile in Polen angekommen ist und dort aus Angst vor ihrem eigenen Land Asyl aufgesucht hat. Die Furcht vor Machthaber Alexander Lukaschenko und dessen Staatsapparat zwingt aber nicht zum ersten Mal einen Athleten in die Flucht. Das Sportlerpärchen Andrej Krawtschenko und Jana Maksimowa brachte sich ebenfalls in Schutz vor den perfiden Fängen ihres Heimatlandes und lebt zur Zeit in Deutschland. Im exklusiven RTL-Interview schildern die beiden ihre schlimmen Erlebnisse, die von Einschüchterungen bis zur Inhaftierung wegen Kritik and er Regierung gingen.

Mitfiebern mit dem Olympiateam? Fehlanzeige!

Was Olympia angeht, hat zumindest Krawtschenko eine klare Meinung : "Ich hab nicht das Verlangen mit dem belarussischen Olympiateam mitzufiebern, auch wenn ich damit vielleicht den ein oder anderen verletzte. Aber wenn mich mehr Sportler unterstützt hätten, wäre ich vielleicht noch zu Hause, könnte trainieren und mein Leben hätte sich nicht so sehr verändert."

Ehefrau Maksimowa unterstützt ihren Mann in dieser Sache nicht ganz, denn ihr geht das Schicksal ihrer Landsfrau Timanowskaya sehr nahe: "Ich bin sicher, dass unsere Funktionäre in Tokio absolut falsch gehandelt haben. Sie hätten in Ruhe mit Kristina reden können und sie vorwarnen können, dass sie die 400 Meter laufen muss. Das wäre menschlich gewesen." Stattdessen wurde der Belarussin mit dem Leben gedroht, sodass auch sie letztlich vor ihrem Land flüchten musste.