Wackler mit Folgen

Slowenisches Kanu-Duo kippt auf Finalkurs einfach um!

Unglaublich bitter, für die beiden Sloweninnen Anja Osterman und Spela Janic.
Unglaublich bitter, für die beiden Sloweninnen Anja Osterman und Spela Janic.
© AP, Lee Jin-man, JJ

03. August 2021 - 10:35 Uhr

Medaillen-Träume versinken im See

Kanusport mag von außen betrachtet sehr stupide wirken. Dass genau das Gegenteil der Fall ist, zeigen zwei slowenische Kanuten, die wenige Meter vor dem Ziel umkippen und damit ihr Finalticket im Regattasee von Tokio versenken.

Kanu ist nicht so einfach wie Fußball

Doch wie konnte dieser Fauxpas überhaupt passieren? Damit die Rennkajaks so wenig Widerstand wie möglich im Wasser produzieren, sind sie so stromlinienförmig wie möglich gebaut. Das macht sie extrem schmal (etwa 40 Zentimeter an der breitesten Stelle) und somit automatisch extrem kippfreudig. Während der Orthonormalverbraucher bereits nach wenigen Schlägen aus dem Boot fallen würde, sind Kanuten das wackelige Sportgerät gewohnt.

Das Problem bei den Slowakinnen: Um noch den vierten Platz für das Finale zu holen, musste ein phänomenaler Endspurt her. Die enorme Anstrengung und die dadurch verschlechterte Gleichgewicht führten letztlich zum Disaster.

Genau zum richtigen Zeitpunkt kam der Umkipper für das deutsche Duo Tina Dietze und Sabrina Hering-Pradler, die Platz vier erbten und ins Finale einzogen. (lde)