Beim Schmuggeln mit dem Boot erwischt

650 Kilo Kokain: Kanu-Weltmeister landet wohl lebenslang hinter Gittern

Nathan Baggaley
Nathan Baggaley
© Imago Sportfotodienst

03. April 2021 - 19:34 Uhr

Erst Volksheld, jetzt Krimineller

Er war einst ein stolzes Aushängeschild seines Landes, jetzt nennt man ihn einen Drogenschmuggler im großen Stil: Kanu-Rennsportler Nathan Baggaley ist wegen Kokain-Schmuggels in seiner Heimat Australien schuldig gesprochen worden. Den zweifachen olympischen Silbermedaillen-Gewinner von 2004 erwartet nun eine lebenslange Haftstrafe. Die offizielle Urteilsverkündung erfolgt am 19. April.

Es geht um 650 Kilo Stoff

Satte 650 Kilogramm Kokain versuchte Baggaley zusammen mit seinem Bruder 2018 nach Australien einzuschleusen. Umgerechneter Wert der Ware: rund 130 Millionen Euro. Gelingen sollte die Schmuggelei per Transport mit einem Boot. Bei der Aktion auf hoher See gingen die beiden jedoch der australischen Polizei ins Netz. Nach dem Auffinden weiterer Beweise im Zuge einer Hausdurchsuchung wurde der dreifache Kanu-Weltmeister, der als Organisator des Verbrechens gilt, verhaftet.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Australier im Zusammenhang mit unerlaubten Substanzen für Schlagzeilen sorgt. Nach seinem finalen WM-Titel 2005 wurde der heute 45-Jährige positiv auf anabole Steroide getestet, was eine Doping-Sperre zur Folge hatte.

Die Strafakte des Ex-Olympioniken ist aber noch weitaus länger: 2007 zog die Polizei 800 Ecstasy-Pillen, Cannabis und Bargeld aus Baggaleys Auto. Zwei Jahre später erhielten er und sein Bruder eine neunjährige Haftstrafe für ihre Beteiligung an einem Drogensyndikat.

Nach einer vorzeitigen Freilassung wurden Nathan und Dru Ende 2015 wieder verurteilt. Damals ging es um die Beteiligung an Drogenlaboren. Die Brüder wurden zu zwei Jahren und drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

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