Kotz-Anfall, Rollstuhl-Hilfe

Triathlon-Champion Kristian Blummenfelt bricht im Ziel zusammen

26. Juli 2021 - 17:10 Uhr

Er gab alles für Gold

Er kämpfte bis zum Umfallen – aber es hat sich gelohnt! Nach 1,5 Kilometern Schwimmen, 40 Kilometern Radfahren und 10 Kilometern Laufen gewann Kristian Blummenfelt in der schwülen Hitze von Tokio olympisches Gold im Triathlon. Seinen Triumph konnte der Norweger aber erst später feiern. Er brach kurz nach dem Zieleinlauf zusammen.

Nach dem Zieleinlauf ging's zu Boden

Im Triathlon sind große Gesten gegenüber Konkurrenten keine Seltenheit. Die meiste Berühmtheit erhielt eine Szene bei der WM 2016 in Mexiko, als Jonathan Brownlee seinem taumelnden Bruder Alistair über die letzten Meter half anstatt ins Ziel und zu Gold zu sprinten.

In Tokio war eine solche Aktion glücklicherweise nicht notwendig. Doch Lex Lee, der Silber gewann, schritt auch als Erstes zur Hilfe, bevor er sich richtig freuen konnte. Denn vor ihm lag der Mann, der ihn besiegte, am Boden – kotzend und völlig am Ende. Kristian Blummenfelt brach nach seinem Zieleinlauf zusammen. Die Anstrengungen und das heiße Klima haben ihn in dem Moment umgehauen. Zweimal musste er sich übergeben, mit einem Rollstuhl musste er schließlich aus dem Zielbereich gefahren werden.

Bei der Siegerehrung konnte Blummenfelt wieder strahlen

Wenige Stunden später konnte Blummenfelt wieder stehen und lachen. Kein Wunder, denn bei der Siegerehrung wurde dem Norweger die Gold-Medaille übergestülpt. Da war der Zusammenbruch für ihn kein Thema mehr, da gab es nur noch Freude. "Ich wollte eine Medaille, ehrlicherweise Gold. Alles andere wäre eine Enttäuschung gewesen", sagte er. "Daher bin ich einfach extrem erleichtert, die Medaille jetzt um den Hals hängen zu haben."

Das deutsche Team hatte keine Chance auf Edelmetall. Schon im Voraus rechneten sich die Athleten und Athletinnen größere Chancen im Mixed-Wettbewerb am Samstag aus. (sho)