Rassismus-Skandal bei Olympia

"Kameltreiber"-Rufe vom Sportdirektor: Radprofi Arndt "entsetzt"

28. Juli 2021 - 15:32 Uhr

Nikias Arndt distanziert sich von Sportdirektor Patrick Moster

"Hol dir die Kameltreiber!", rief der Sportdirektor des deutschen Radsport-Verbandes Nikias Arndt beim Olympia-Zeitfahrenin Tokio zu – vor aller Welt (oben im Video). Eine rassistische Entgleisung, die Arndt fassungslos macht.

Arndt: Anfeuerung "Inakzeptabel"

"Ich bin entsetzt über die Vorfälle beim heutigen olympischen Zeitfahren und möchte mich hiermit deutlich von den Aussagen des sportlichen Direktors distanzieren", schrieb Arndt bei Twitter: "Solche Worte sind nicht akzeptabel."

"Hol die Kameltreiber, hol die Kameltreiber, komm", hatte Moster Arndt beim olympischen Zeitfahren am Mittwoch am Streckenrand zugerufen. Moster, seit 2012 Sportdirektor des Verbandes, hatte zuvor versichert, dass es ihm "wahnsinnig leid" tue. "Ich kann mich nur für die getätigten Worte entschuldigen", sagte der 54-Jährige dem SID. Er bekräftigte, dass der momentane Stress und die Hektik keine Entschuldigung für seinen Aussetzer seien dürften. "Das darf nicht passieren", sagte Moster.

Olympia und der Radsport "stehen für Toleranz, Respekt und Fairness. Diese Werte vertrete ich zu 100 Prozent und ziehe meinen Hut vor all den großartigen Sportlern, die hier in Tokio aus aller Welt zusammen gekommen sind", schrieb Arndt bei Twitter weiter.

Auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte zuvor auf den Eklat reagiert. "Das Team D steht für die Einhaltung der olympischen Werte Respekt, Fairplay und Toleranz und lebt diese in all ihren sportlichen Wettbewerben", sagte Präsident Alfons Hörmann und betonte: "Es ist wichtig, dass sich Patrick Moster unmittelbar nach dem Wettkampf entschuldigt hat." Der DOSB will umgehend das persönliche Gespräch mit Moster suchen und die Situation aufarbeiten. (sid/mar)