Tun Sie den Piepmätzen was Gutes!

Ohne viel Aufwand: 3 simple Tricks für einen vogelfreundlichen Garten

Es wird Sommer und nicht nur Menschen, auch Tiere genießen die Sonne im Garten. Wie dieses Rotkehl-Hüttensängerpaar.
Es wird Sommer und nicht nur Menschen, auch Tiere genießen die Sonne im Garten. Wie dieses Rotkehl-Hüttensängerpaar.
© iStockphoto, Steve Greer

18. April 2022 - 19:26 Uhr

Der Frühling ist da, der Sommer bereits auf dem Weg und nicht nur uns Menschen zieht es nach draußen. Auch die Tiere kehren zurück. Doch gerade Vögel haben zunehmend Probleme in den kühlen Monaten zu überleben. Sie finden einfach zu wenig Nahrung. Dabei können bereits Gartenbesitzer helfen. Zwar ist es mit einem Vogelhäuschen oder einer Wasserstelle nicht getan, doch Sonja Dölfel vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern hat ein paar hilfreiche Tipps, mit denen jeder Garten ein Vogelparadies werden kann.

1. Den Garten Garten sein lassen

Dölfels einfachster Tipp: "Einfach mal gar nichts tun und den Garten selbst machen lassen - das ist schon ein erster Schritt." Denn ein kurz geschorener Rasen, abgezirkelte Beete, korrekt gestutzte Hecken und große Terrassen mögen zwar für viele Menschen der Inbegriff eines gepflegten Gartens sein. Für Vögel und Insekten sind sie allerdings ein Grund zur Flucht. "Schon eine einzige verblühte Sonnenblume bietet den Vögeln mehr Nahrung als eine exakt geschnittene Tuja-Hecke", sagt Magnus Wessel vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Vögel ernähren sich vor allem von Insekten und Samen. "Damit sie in den Garten kommen, ist es wichtig, dort die heimische Flora und Fauna zu fördern", rät Dölfel. Viele Gärtner nutzen aber gern exotische Pflanzen wie den Kirschlorbeer. "Der ist jedoch für unsere Insekten uninteressant, da gehen sie gar nicht ran." Außerdem tragen die fremdländischen Pflanzen oft Früchte, mit denen die heimische Vogelwelt nichts anzufangen weiß.

Vor allem Obstgehölze und Beerensträucher bieten den Vögeln Nahrung und Unterschlupf. "Nach der Ernte sollten ruhig ein paar Früchte dranbleiben, dann haben die Tiere bis in den Winter hinein Futter. In Bäumen, Stauden und Sträuchern überwintern auch Insekten", so Wessel.

2. Vogelbeerenbäume pflanzen

Wer den Vögeln etwas Gutes tun will, holt sich zum Beispiel einen Vogelbeerbaum in den Garten. "63 Vogelarten fressen seine roten Beeren", erklärt Dölfel. Auch Traubenkirsche, Feldahorn, Haselnuss, Stechpalme, Rotbuche, Weißdorn oder Schneeball bieten Nahrung.

Beliebt bei Menschen und Vögeln gleichermaßen sind Obstsorten wie Holunder, Johannisbeere, Heidelbeere oder Brombeere. Bei wilden Kräutern wie Brennnessel, Distel oder Klee gehen die Geschmäcker allerdings auseinander. Während viele Menschen sie als Unkraut verachten und vernichten, stehen sie bei Insekten hoch im Kurs. "Ideal ist ein dreigeteilter Garten", sagt Wessel. Ein Drittel sollte natürlich und wild wachsen dürfen. Im zweiten Drittel ist Raum für den Anbau von Obst und Gemüse, im restlichen Drittel könnten Gärtner ihre persönlichen Vorlieben realisieren.

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3. Den Garten im Herbst nicht zurückschneiden

In der Realität sieht das allerdings leider oft anders aus. Vor allem in Vorgärten von Wohnsiedlungen sieht man karge Kiesgärten. Es hat sich auch eingebürgert, den Garten im Herbst winterfest zu machen. Hecken und Sträucher werden dann gestutzt, Pflanzen abgeschnitten, das Laub wird entsorgt. "Für die Vögel ist das eine Katastrophe", warnt Wessel. Damit verlieren Insekten im Winter ihren Lebensraum und die Vögel ihre Nahrungsquellen und Rückzugsmöglichkeiten.

Ein Umdenken ist angesagt. Die Pflanzen sollten im Herbst so stehen gelassen werden, wie sie verblüht sind. "Das kann übrigens später bei Schnee oder Raureif sehr schön aussehen", sagt Wessel. Im Frühjahr lassen sie sich dann immer noch zurückschneiden. (dpa/jbü)

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