Die Top 5 der Vogelarten

Diese Vögel gibt es in fast jedem Garten

Nabu-Aktion "Stunde der Wintervögel"
© dpa, Britta Pedersen, ped cul fux

20. November 2020 - 18:42 Uhr

Wer kräht denn da?

Schauen Sie auch manchmal aus dem Fenster und fragen sich, was für ein Vogel da gegenüber im Baum sitzt? Oder wer im Gebüsch neben Ihnen so hübsch (oder nervig) trällert? Mit ziemlicher Sicherheit ist es eine der 5 Vogelarten, die wir Ihnen jetzt vorstellen. Denn die kommen laut der letzten Wintervogelzählung des NABU in deutschen Gärten am häufigsten vor.

Top 5: Toughe Amsel-Männchen kriegen die besten Weiber ab

Amsel sitzt auf dem schneebedeckten Ast
Charakteristisch gefärbt: Die Amsel, auch Schwarzdrossel genannt
© deutsche presse agentur

Diese Vogelart erkennt vermutlich jeder: Schwarzes Gefieder, oranger Schnabel. Ganz klar: Muss eine Amsel sein. Allerdings sehen tatsächlich nur die Männchen so aus. Die Weibchen sind dunkelbraun und dadurch weniger auffällig gefärbt.

  • Apropos auffällig: Einige Amselmännchen sind auffällig hart im Nehmen. Amseln gelten als "Teilzieher", das heißt, dass manche von ihnen im Herbst nach Süden ziehen, andere aber den Winter hier in der Kälte verbringen. Die, die hier ausharren, haben einen guten Grund dafür: So können sie sich im Frühling die besten Reviere sichern und damit die attraktivsten Weibchen für sich gewinnen. Die Luschen, die sich in den warmen Süden verzogen haben, müssen dann nehmen, was übrig bleibt.

Top 4: Der Feldsperling mag Gruppenkuscheln

Feldsperling
Singt rauer als der Haussperling: Der Feldsperling
© picture alliance / blickwinkel/M, M. Kuehn

Der Feldsperling wurde bei der letzten NABU-Zählung immerhin 328.000 Mal gesichtet. Er ist der etwas kleinere Bruder des Haussperlings und sieht ihm auch recht ähnlich (für Laien: ziemlich braun). Allerdings hat der Feld- im Gegensatz zum Haussperling eine Art weißes Halsband und einen schwarzen Fleck auf der Wange.

  • Wenn es im Winter kalt wird, fängt der Feldsperling mit Gruppenkuscheln an: Bis zu 11 Vögel übernachten dann zusammen in einem Nistkasten.

Top 3: Blau-gelb hat nur die Blaumeise

Blaumeise
Hier macht sich's jemand in der Sonne gemütlich gemacht.
© picture alliance / blickwinkel/H, H. Duty

Die Blaumeise sieht ähnlich aus wie die Kohlmeise (die kommt gleich noch), ist aber kleiner und hat einen blauen Kopf. Sie ist der einzige Vogel Europas, der ein gelb-blaues Gefieder hat.

  • Blaumeisen sind leichter als ein Brief und dazu noch sehr geschickt: Sie können sich sogar kopfunter an die äußersten Zweigspitzen hängen. So gelangen sie an Futter, das andere Vogelarten nicht erreichen können.

Top 2: Sieger der Gärten: Die Kohlmeise

Eine Kohlmeise auf einem Ast
Schwarz - gelb = Kohlmeise
© deutsche presse agentur

Die Kohlmeise ist in 9 von 10 deutschen Gärten zu finden, damit liegt sie – rein gartenanzahlmäßig – auf Platz 1. Allerdings wohnt auf jedem Grundstück meist nur ein einzelnes Tier. Das rächt sich in der Rangliste: Von der Anzahl der gezählten Vögel her schafft die Kohlmeise es deshalb nur auf Platz 2.

Man erkennt diesen Vogel gut an der gelben Brust, über die senkrecht ein schwarzer Streifen läuft. Der Kopf ist dunkel mit einem weißen Fleck auf der Seite.

  • Fun fact #1: Wenn sie keinen schöneren Brutplatz findet, richtet sich die Blaumeise auch schon mal in Briefkästen häuslich ein.
  • Fun fact #2: Kohlmeisen imitieren manchmal Schlangenlaute. Mit dem Zischen und Fauchen sollen Nesträuber abgeschreckt werden.

Top 1: Bringt immer seine Gang mit: Der Haussperling

Diese Vögel gibt es in fast jedem Garten
Ein männlicher Spatz. Ausnahmsweise alleine.
© deutsche presse agentur

Der Haussperling – auch als Spatz bekannt – ist zwar nur in gut jedem zweiten Garten anzutreffen. Allerdings kommt ein Spatz nicht alleine, er rückt gleich in Mannschaftsstärke an: Im Schnitt wohnen rund sieben Tiere gesellig zusammen.

662.000 Haussperlinge kamen bei der letzten Zählung in deutschen Gärten zusammen, damit landet der kleine braune Vogel klar auf Platz 1.

  • Dass es so viele von ihm gibt, und das schon seit Jahrhunderten, ist vermutlich auch der Grund, warum der Spatz in so vielen Redewendungen auftaucht: "Spatzenhirn", "Mit Kanonen auf Spatzen schießen" oder auch "Besser der Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach".
  • Der Begriff "Dreckspatz" ist wohl entstanden, weil der Spatz gerne im Sand badet.