Prinzessin aus der Erbse

Öko-Test: Welcher Hummus ist der beste?

Hummus dip with chickpea, and parsley in wooden plate on white background . Top view, copy space
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27. Dezember 2019 - 11:38 Uhr

Gesund, lecker und dazu noch vegan!

Dass Hummus aktuell ganz hoch im Kurs ist, ist kein Wunder: Die Paste ist gesund, schmeckt und ist dazu noch vegan. Sie besteht aus Kichererbsen, Wasser, Knoblauch, Zitrone, Salz, Kreuzkümmel und Sesampaste – lässt sich also ganz einfach selbst machen. Wenn es doch mal schnell gehen soll und Sie ein Fertigprodukt kaufen möchten, stellt sich die Frage: Welcher Hummus ist der beste? Damit hat sich Öko-Test beschäftigt und 18 Kichererbsenpasten der Sorte "Classic" getestet. Die Ergebnisse sind durchwachsen.

Alle Bio-Waren schneiden „sehr gut“ und „gut“ ab

Die getesteten Produkte liegen preislich zwischen 0,99 Euro und 2,99 Euro je 200 Gramm. Bei den Bio-Produkten ist das Ergebnis äußerst erfreulich: Insgesamt können die Tester ganze zwölf Hummus-Sorten empfehlen. Alle Bio-Waren schneiden "sehr gut" und "gut" ab – im Gegensatz zu den konventionellen Produkten. In sechs der elf getesteten Kichererbsenpasten wurde das äußerst kritisch betrachtete Pflanzenschutzmittel Glyphosat nachgewiesen, in drei Produkten steckt zudem noch Cadmium, ein giftiges Schwermetall.

Auch ein konventionelles Produkt erhält die Bestnote

An den Bio-Pasten "Alnatura Hummus Classic" (2,25 Euro), "Dm Bio Hummus Natur" (2,06 Euro), "Ener Bio Hummus Natur" von Rossmann (2,10 Euro), "Florentin Bio Hummus" (2,99 Euro) und "Green Heart Hummus Natur" von Wojnar's (2,65 Euro) hat Öko-Test überhaupt nichts zu bemängeln und kürt sie denn auch originell formuliert zu echten "Prinzessinnen aus der Erbse" (alle "sehr gut"). Aber auch ein konventionelles Produkt erhält die Bestnote, nämlich das "Obela Hummus Classic" von Reichold Feinkost (2,27 Euro). Auch nicht ganz unwichtig: Alle genannten Kichererbsen-Pasten schmecken sehr gut!

1/3 der getesteten Produkte enthält Glyphosat

Weniger gut ist, dass sich in sechs von elf konventionellen Produkten krebsverdächtiges Glyphosat nachweisen lässt. In drei Produkten steckt zudem auch noch Cadmium, was für sie eine um zwei Noten schlechtere Gesamtbeurteilung zur Folge hat. Dazu kommt dann noch, dass diese Hummus-Sorten auch geschmacklich nicht überzeugen konnten, da sie einen säuerlichen Geschmack aufgrund des enthaltenen Branntweinessigs haben. Namentlich wurden deshalb das "Chef Select Hummus Classic" von Lidl, das "Edeka Hummus Natur" und das "Orto Mio Hummus Natur" von Penny auch nur für "ausreichend" befunden.

Die Ergebnisse des Hummus-Tests finden Sie hier oder in der Januar-Ausgabe des Öko-Test Magazins.

Wie kommen Glyphosat und Cadmium in Hummus?

Cadmium ist in der Umwelt weit verbreitet. Bestimmte Pflanzen, darunter auch Hülsenfrüchte und Ölsaaten - beim Hummus wären es Kichererbsen und Sesam - nehmen das giftige Schwermetall aus dem Boden auf. Das belastete Produkt wird dann zu Hummus weiterverarbeitet.

Bei Glyphosat ist das Prinzip ähnlich: Landwirte setzen das krebsverdächtige Spritzgift gegen Unkraut ein. So gelangt es, genau wie Cadmium, durch den belasteten Boden in die Pflanzen und letztendlich in die Kichererbsenpaste.

Wenn Sie Hummus lieber selbst machen möchten, haben wir ein leckeres Rezept für Sie.