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Öko-Test proBIERt Pils: Diese Biere schmieren ab

Gefährliches Glyphosat und Keime

Öko-Test proBIERt Pils: Diese Biere schmieren ab

Pils wird aus Flasche in Glas eingeschenkt
Viele Pilsbiere können Öko-Test voll überzeugen.
iStockphoto

In Deutschland gibt es Tausende von Biersorten, doch Pils ist eindeutig die beliebteste. Ganze 50 Sorten hat Öko-Test jetzt deshalb pünktlich zum Sommer auf den Prüfstand gestellt und wollte wissen: Stimmen Qualität und Geschmack? Oder stecken vielleicht Keime oder andere schädliche Inhaltsstoffe im Bier? Die erste gute Nachricht laut dem Test-Magazin: „Insgesamt ist das Ergebnis ganz hervorragend: 45 können wir mit ‘sehr gut’ und ‘gut’ empfehlen." Bei den übrigen fünf ließ vor allem der Geschmack zu wünschen übrig – und eins war wegen der enthaltenen Keime sogar kaum noch genießbar.

Pils-Vergleich: Die Testsieger und -verlierer

Die zweite gute Nachricht: Zwölf der Probanden enthalten zwar zumindest Spuren des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat, die meisten Pilssorten sind aber sauber. So zum Beispiel bekannte Marken wie:

An diesen Bieren hatte das Magazin auch in Sachen Geschmack nichts auszusetzen.

Abgesehen davon untersuchte das von Öko-Test beauftragte Labor alle Biere auf Verkeimung durch Schimmelpilze und Bakterien. Für fast alle Produkte gab es hier Entwarnung – außer bei einem. Es war so stark verkeimt, dass das Test-Team davon abrät: Im "Pinkus Pils, Bioland" wurden Pediokokken nachgewiesen. Die zu den Milchsäurebakterien zählenden Keime lassen das Pils geschmacklich verderben und führen zu einem unerwünschten buttrigen Fehlgeschmack. Schädlich für den Menschen ist die Kontamination zwar nicht, doch das Bier erleidet dadurch eine erhebliche Qualitätsminderung. Gesamturteil: „ungenügend“.

Auch das „Kaiserkrone Pils“ von Norma lässt zu wünschen übrig: Hier wurden zwar keine Keime gefunden, aber Glyphosat-Spuren. Und in der Sensorik-Prüfung wurde eine „adstringierende Bittere mit untypischen Aromen“ festgestellt – also ein unerwünschter bitterer Geschmack. Insgesamt reichte es nur für das Gesamturteil „mangelhaft“.

Alle 50 Testergebnisse können Sie auf der Website von Öko-Test gratis abrufen.

Was macht ein (gutes) Pils aus?

Kleine Warenkunde am Schluss: Das Pils ist ein untergäriges Bier, das nicht etwa ein Böhme in Pilsen (heute Tschechische Republik), sondern ursprünglich ein Bayer (in Pilsen) erfunden hat. Und gerade seine Landsleute trinken es heute am wenigsten; das Pils ist hauptsächlich im Norden der Republik verbreitet. Es schmeckt hopfig-herb. Böhmische Pilsbiere haben oft auch eine malzige Restsüße, die norddeutsche Pils-Biere nicht haben.

Laut dem Reinheitsgebot von 1516 dürfen zum Brauen hierzulande eigentlich nur Gerste, Hopfen und Wasser verwendet werden. Rechtlich bindend ist in Deutschland hingegen das "Vorläufige Biergesetz" von 1993, wonach fast nur Malz, Hopfen, Hefe und Wasser zugelassen sind. Für obergäriges Bier sind zusätzlich einige Zuckerarten und Farbmittel erlaubt. Außerdem dürfen Brauer einige Klärmittel verwenden, wenn diese wieder herausgefiltert werden. (xwi/rka)

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