Viele Haarwaschmittel taugen für einen glänzenden Auftritt

G(l)anz ohne Schadstoffe - Öko-Test nimmt Shampoos für trockenes Haar unter die Lupe

So glänzend hätten wir's alle gern - besonders schwierig mit trockenem Haar
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28. Mai 2020 - 8:21 Uhr

Fünf von 20 Produkten fallen durch bei Öko-Test

Eine glänzende Wallemähne voller Spannkraft – wer träumt nicht davon? Vor allem, wenn man selbst zu eher trockenem Haar neigt, das störrisch und strohig in allen Richtungen steht. Wenn man der Werbung glaubt, ist das alles ein Kinderspiel - solange man nur das richtige Shampoo kauft. Öko-Test wollte es wissen und hat für die Juni-Ausgabe 20 Produkte für trockenes Haar unter die Lupe genommen. Und herausgefunden: Es ist nicht alles Gold, was Glanz verspricht. Nur gut die Hälfte der getesteten Shampoos ist richtig empfehlenswert.

Wir erwarten von einem Shampoo mehr als nur saubere Haare

Trockene Haare benötigen eine besondere Pflege - ÖkoTest nimmt sie unter die Lupe
Trockene Haare benötigen eine besondere Pflege
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Hand aufs Herz: Wer von uns wäscht denn seine Haare nur, um sie schön sauber zu kriegen? Wir alle hoffen doch, mit der Wahl des richtigen Shampoos ­­unsere Haarpracht zu verschönern – zu kräftigen, ihr zu mehr Spannkraft zu verhelfen, Haarbruch zu vermindern oder das Entwirren einfacher zu machen. Und wenn man trockene Haare hat, dann will man vor allem Glanz. Den versprechen auch eine ganze Reihe von Shampoos. Aber was genau schütten wir da bei der Haarwäsche auf unseren Kopf – und in die Umwelt? Das wollte die Redaktion des Magazins Öko-Test ganz genau wissen, kaufte für die Ausgabe 06/2020 im Drogeriemarkt 20 Shampoos speziell für trockene Haare und schickte sie ins Labor.

Acht „sehr gut“, drei „gut“ - vor allem Naturkosmetik schneidet gut ab

Das Ergebnis: Alle sieben zertifizierten Naturkosmetika und ein konventionelles Shampoo, das Alterra-Produkt von Rossman, schneiden mit "sehr gut" ab. Also insgesamt acht Mal die Bestnote. Sie punkten bei der Test-Task-Force unter anderem, weil sie neben Schadstoffen auch auf Silkone, die sich auf Dauer beschwerend im Haar anlagern und PEG-Derivate, die das Haar durchlässiger für andere Stoffe machen, verzichten. Drei weitere Shampoos landen mit der Note "gut" ebenfalls im "grünen Bereich".

Einige der Testsieger unter den Naturkosmetika:

Schöne Haare wollen gepflegt werden - am besten mit unbedenklichen Produkten
Schöne Haare wollen gepflegt werden - am besten mit unbedenklichen Produkten
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Vier weitere Produkte sind mit "befriedigend" bewertet. Doch es gibt auch Produkte, die den Testern gar nicht gefielen. Und zwar wegen ihrer bedenklichen Inhaltsstoffe. Die Wirksamkeit der Produkte wurde wie immer bei Öko-Test nicht begutachtet – das Magazin interessiert sich vor allem für die Gesundheits- und Umweltverträglichkeit der Produkte. Das Ergebnis des Testlabors: zwei "mangelhaft", drei "ungenügend".

Folgende Shampoos für trockenes Haar kassierten die Note „ungenügend“:

Shampoos sollen unsere Haare pflegen und nicht uns oder der Umwelt schaden
Shampoos sollen unsere Haare pflegen und nicht uns oder der Umwelt schaden
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  • Guhl Feuchtigkeits-Aufbau Shampoo Kaktusfeigen-Öl – 3,95 Euro/250 ml
  • John Frieda Hydrate & Recharge Shampoo – 6,55 Euro/250 ml
  • Pantene Pro-V Vita Glow Hydra Boost Shampoo – 2,29 Euro/250 ml

​Die Kritikpunkte der Tester: In dem Produkt von Guhl fanden sie eine problematische Menge an Formaldehyd und Abspaltungen davon. Diese Stoffe können die Schleimhäute reizen oder Allergien auslösen, stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Dazu wurde ein bedenklicher UV-Filter nachgewiesen, den auch das Shampoo von John Frieda enthält. Das hat auf der Negativseite auch noch halogenorganische Verbindungen zu verbuchen – genauso wie das Pantene-Shampoo. Diese Stoffe wirken ebenfalls allergisierend und meist auch umweltschädlich. Eins der als "mangelhaft" beurteilten Haarwaschmittel enthält Lilial, das im Verdacht steht, fortpflanzungsschädlich zu wirken. Das Fazit der Tester: Es gibt genug Shampoos am Markt, die solche Stoffe nicht enthalten.

Den ganzen Test mit allen untersuchten Shampoos finden Sie auf der Seite von Öko-Test. 

Abgesehen von den Schadstoffen - was bei trockenem Haar hilft

Besonders im Sommer brauchen die Haare Schutz und Pflege
Besonders im Sommer brauchen die Haare Schutz und Pflege
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Die Hersteller versprechen natürlich alle vollmundig tolles Haar. Klingt "als könne ihr Inhalt toten Hornfasern – nichts anderes ist ja der sichtbare Teil unserer Haare – neues Leben einhauchen", finden die Tester. Das sei natürlich nicht so. Aber Zutaten wie Öle und der Feuchtigkeitsspender Aloe Vera weckten grundsätzlich Hoffnung, dem Austrocknen entgegenzuwirken. Welches der zahlreichen Shampoos das beste fürs eigene Haar ist, findet vermutlich jeder am besten selbst heraus. Und lässt dem Haar Zeit, sich an die neue Pflege zu gewöhnen. Das kann gerade bei Naturkosmetik schon mal vier Wochen dauern.

Neben einem schadstoff- und silikonfreien Shampoo empfiehlt das ÖkoTest-Team selteneres Haarewaschen, um das Haar nicht so häufig zu entfetten, ein schonendes Styling möglichst ohne oder mit milder Hitze und Vorsicht gerade in den Sommermonaten. Der Mix aus Sonne, Sand und Salzwasser trocknet die Haare aus und bleicht sie. Da muss man schon ein paar Tricks auffahren, um das Haar zu schützen. Noch schlimmer ist nur Chlorwasser vor dem Sonnenbad. Die gute alte Badehaube hilft, das Haar beim Schwimmen trocken zu halten. Ist vielleicht nicht sexy. Aber die Folgen einer Überdosis Sonne und Chlor kann selbst das beste Shampoo nicht ausbügeln.

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