Arielle-Besetzung löst Rassismus-Debatte aus

#NotMyAriel: Warum darf Arielle nicht schwarz sein?

© @chloexhalle

9. Juli 2019 - 13:35 Uhr

Ein Kommentar von Karina Fuchs

Wir alle kennen und lieben das Märchen "Arielle, die kleine Meerjungfrau". Ein Grund zur Freude also, dass der Zeichentrick-Klassiker jetzt neu verfilmt wird – könnte man zumindest denken. Doch die neue Besetzung mit der schwarzen Hauptdarstellerin Halle Bailey (19) löst eine Rassismus-Debatte aus. Unter dem Hashtag #NotMyAriel regen sich viele User darüber auf – und das in Zeiten der bunten Vielfalt. Also, warum darf Arielle nicht schwarz sein?!

Die kleine Meerjungfrau ist schwarz - und Twitter ist empört!?

Sie ist jung, wunderschön und hat eine engelsgleiche Stimme: Die perfekte Besetzung für die Realverfilmung des Märchens "Die kleine Meerjungfrau" von Hans Christian Andersen. Wäre da nicht ein kleines "Problem": Die Hauptdarstellerin Halle Bailey ist schwarz. Was für viele ein Zeichen der Vielfalt ist, ist für andere wiederum eine "Zerstörung der Kindheit". Ja, richtig gehört.

Nur mal zur Info: Hollywood-Star Halle Berry hat ja auch schon die Rolle der "Cat-Women" gespielt und die ist auch ursprünglich nicht schwarz. Vor 15 Jahren war das aber irgendwie kein Problem... Pop-Queen Beyonce ist die Stimme der Nala in "König der Löwen", Will Smith spielte erst kürzlich die Rolle des Genie in "Aladdin".

Was haben diese Menschen alle gemeinsam? Sie sind alle schwarz, begeistern Millionen Menschen im Kino und auf der Bühne und machen ihren Job verdammt gut. Und darum geht es doch auch - nicht um die Hautfarbe.

Viele Nutzer und Stars verteidigen Halle Bailey

Newcomerin Halle Bailey (19) wird zu "Arielle, die kleine Meerjungfrau"
Halle Bailey wird Arielle spielen
© carrie-nelson/ImageCollect, SpotOn

Glücklicherweise verteidigen viele User und auch Stars die junge Halle Bailey, die wegen ihrer Besetzung mit vielen rassistischen Kommentaren kämpfen musste: "Die Neuverfilmung wird deine Kindheit nicht zerstören, mein lieber Rassist. Sie macht dein geliebtes Märchen über die rothaarige Meerjungfrau mit einem Alabasterteint nicht ungeschehen. Dieses Märchen ist immer noch so wie es war", schreibt ein Twitter-Nutzer.

Und auch Stars, wie Sängerin Mariah Carey verteidigen sie: "Herzlichen Glückwunsch Halle! Meine Kinder und ich sind gespannt auf die emanzipierte Arielle!"

Erste Reaktion von Disney

Bisher gibt es kein Statement von Disney selbst, aber immerhin vom Twitter-Kanal des zu Disney gehörigen US-TV-Senders Freeform:

Ja. Der Original-Autor von "Die kleine Meerjungfrau" war Däne. Arielle ist eine Meerjungfrau. Sie lebt in einem Unterwasserkönigreich in internationalen Gewässern und kann deshalb schwimmen wohin sie will (selbst wenn das König Triton oft aufregt). Aber nehmen wir einfach mal an, dass Arielle auch Dänin wäre. Dänische Meerjungfrauen können schwarz sein, weil auch dänische *Menschen* schwarz sein können. […] Schwarze dänische Menschen und damit auch Meerbewohner können zudem auch *genetisch* rote Haare haben. […]

Für mehr Vielfalt - in jeder Lebenslage

Fun Fact für die, die argumentieren Arielle müsse weiß sein: Es gibt unzählige Mythen über schwarze Meerjungfrauen oder Wassergeister, so auch beispielsweise "Mami Wata": Ein afrikanischer Wassergeist, der in West-, Süd-, und Zentralafrika verehrt wird.

Als ich (selber dunkelhäutig) das erste Mal die Geschichten von ihr hörte, machte ich mir als Kind keinen Kopf darüber, welche Hautfarbe sie haben würde. Warum auch?! Das macht kein Kind. Rassismus wird von genau solchen Menschen erzeugt, die meinen, vorschreiben zu müssen, welche Hautfarbe oder welchen Background eine Märchenfigur haben müsse.

Wir sind doch alle gleich, egal ob schwarz, weiß, asiatisch, schwul oder lesbisch - dann sollte man das doch auch auf der großen Leinwand leben dürfen.

Ein Kinostart wurde bisher noch nicht bekannt gegeben.