Besonders wenn der Kontakt zum Vater abbricht

Scheidung hat gesundheitliche Folgen für Kinder

Eine Scheidung hat Folgen für Kinder - auch gesundheitlich. Vor allem, wenn der Papa fehlt.
© iStockphoto, STEVE DEBENPORT

20. Januar 2020 - 10:25 Uhr

Norwegische Studie untersuchte Gesundheit von Scheidungskindern

Wenn Vater und Mutter sich trennen, ist das auch für die Kinder eine große Belastung. Eine norwegische Studie hat festgestellt, dass Kinder gesundheitliche Beschwerden bekommen können, wenn ihr Vertrauensverhältnis zum Vater gestört wird.

Kinder leiden unter Angst, Depressionen und emotionalen Problemen

Wenn nach einer Scheidung das Verhältnis zum Vater schlechter wird, kann sich das auf die Gesundheit der Kinder auswirken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Bergen in Norwegen, die im "Scandinavian Journal of Public Health" veröffentlich wurde. Angst, Depression, emotionale Probleme oder Stress könnten die Folge sein, sagte einer der Autoren der Studie, Eivind Meland, der Deutschen Presse-Agentur.

Vor allem Mädchen fällt Kontakt zum Vater schwer

Die Wissenschaftler stellten fest, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der Kommunikation mit dem Vater und der Gesundheit der Kinder. "Die meisten gesundheitlichen Beschwerden hatten Kinder, die angaben, den Kontakt zum Vater verloren zu haben oder die es schwierig fanden, nach der Scheidung mit ihm zu sprechen", sagte Meland von der Universität Bergen. Vor allem vielen Mädchen falle es schwer, mit ihrem Vater zu sprechen. Die Scheidung schien die Kommunikation mit der Mutter hingegen nicht zu beeinflussen.

Mutter ist meist Hauptbetreuerin

Bei der Studie wurden 1.225 Jugendliche in einem Zeitraum von zwei Jahren (2011-2013) befragt. Zu Beginn waren 213 der Teenager Scheidungskinder, am Ende 270. Nach Angaben des Instituts für öffentliche Gesundheit sind rund 40 Prozent aller Jugendlichen in Norwegen von einer Trennung der Eltern betroffen.

Wenn die Kinder nach der Scheidung angaben, ein gutes Verhältnis zu beiden Elternteilen zu haben, schien die Trennung das Selbstwertgefühl oder die Gesundheit der Kinder nicht negativ zu beeinflussen. Doch in vielen Fällen leide das Vertrauensverhältnis zum Vater, wenn die Ehe in die Brüche geht. "Wenn die Scheidung vor Gericht gebracht wird, wird am häufigsten der Mutter der Status als Hauptbetreuerin zuerkannt", so Meland. Es werde vermutet, dass dreimal mehr Kinder den Kontakt zu ihren Vätern verloren haben als zu ihren Müttern. Die Ursachen haben die Forscher nicht untersucht.

Gute Ratgeber-Bücher für Geschiedene mit Kind:
>> "Und was wird jetzt mit mir? Scheidung – Die besten Antworten auf wichtige Kinderfragen"* von Jan von Holleben,
>> "Glückliche Scheidungskinder: Was Kinder nach der Trennung brauchen"* von Remo Lago,
>> "Wir sind immer für Dich da! Wenn Mama und Papa sich trennen"* von Harriet Grundmann

Für die Gesundheit von Kindern sind beide Eltern wichtig

Meland mahnt dazu, die Rolle des Vaters bei der Entwicklung eines Kindes nicht unterzubewerten. "Unsere Forschung zeigt deutlich, dass eine enge Beziehung zu beiden Elternteilen wichtig für die Gesundheit der Kinder ist. Das sollte sich auf die Familienpolitik auswirken", sagt Meland.

Nach einer Scheidung gibt es oft Streit darum, bei wem die gemeinsamen Kinder zukünftig aufwachsen sollen. Hier gibt es nicht eine richtige Lösung, sondern verschiedene mögliche Modelle. Welche das sind, erklären wir hier. Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Thema Sorgerecht können Sie hier nachlesen.

Quelle: DPA/RTL.de

*Wir arbeiten in diesem Beitrag mit Affiliate-Links. Wenn Sie über diese Links ein Produkt kaufen, erhalten wir vom Anbieter eine Provision. Für Sie entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo und wann Sie ein Produkt kaufen, bleibt natürlich Ihnen überlassen.