So talentiert, so beliebt

Nico Hülkenberg fürchtet Ende seiner Formel-1-Karriere und übt Kritik an der Fahrerwahl der Teams

Nico Hülkenberg hat das Thema Formel 1 abgehakt.
Nico Hülkenberg hat das Thema Formel 1 abgehakt.
© Imago Sportfotodienst

28. Oktober 2021 - 12:21 Uhr

Sein Name geisterte immer wieder durch die Formel 1

Wann immer sich in den letzten zwei Jahren in der Formel 1 die Chance auf ein Cockpit ergab, wurde der Name Nico Hülkenberg genannt. Der Deutsche genießt bei den Teams und Fans einen enorm guten Ruf und galt stets als einer der talentiertesten Fahrer der Königsklasse. Der 34-Jährige selbst fürchtet aber, dass sich das Thema Formel 1 für ihn ein für allemal erledigt hat.

Sein Status in der Königsklasse hat sich verändert

Als Reservefahrer war Nico Hülkenberg auch in den vergangenen beiden Jahren Teil der Formel 1. 2020 durfte er an drei Wochenenden gar für RacingPoint auf die Strecke und sein Können noch einmal zeigen. Auch in der aktuellen Saison ist "Hulk" als Ersatzfahrer Teil der Königsklasse. So richtig, fürchtet der 34-Jährige, wird er aber wohl nie wieder dazugehören.

"Definitiv" habe sich sein Status innerhalb der Formel 1 verändert, sagte der Emmericher im "Motorsport.com"-Interview. "Und da muss ich auch realistisch sein, dass dieser Zug angesichts der heutigen Situation wahrscheinlich abgefahren ist. Es ist, was es ist", deutete der Emmericher an, dass er selbst nicht mehr an sein Comeback als Stammfahrer glaubt. Natürlich sei er in den Entscheidungsprozess eines Teams eingebunden, ergänzte der Deutsche. "Aber letztendlich treffen die Teams die Entscheidung. Und manche Teams haben einen fragwürdigen Geschmack", kritisierte er die Fahrer-Auswahl einiger Rennställe.

"Aus meiner Perspektive ist das natürlich ein bisschen schade"

"Ich habe das Gefühl, die ersten zehn, vielleicht die ersten zwölf Fahrer haben eine wirklich hohe Qualität und sind echte Top-Fahrer. Aber in der unteren Hälfte ist die Qualität nicht mehr so hoch, wie sie schon mal war. [...] Aus meiner Perspektive ist das natürlich ein bisschen schade und enttäuschend, aber so ist es nunmal", fühlt sich der Emmericher übergangen.

Rückblickend hätte er in seiner Karriere "natürlich etwas anders machen können", gab Hülkenberg zu. "Aber, um ehrlich zu sein, bereue ich nicht viel. Ich hatte eine wirklich gute Zeit [in der Formel 1]." Wie es nun mit der Rennfahrer-Karriere des 34-Jährigen weitergeht, steht noch nicht fest. Die Zeichen deuten allerdings auf einen Wechsel in die IndyCar-Serie hin, in die "Hulk" zuletzt schon reinschnupperte. "Ich habe noch ein paar gute Runden in meinem rechten Fuß", versicherte er, dass ein Ende seiner Laufbahn noch nicht ansteht.

"Mein Herz schlägt immer noch für Ein-Sitzer und das mit der Formel 1 wird offensichtlich nicht klappen. Also schaut man sich die nächstbeste Alternative an, und IndyCar ist auf jeden Fall interessant", deutete "Hulk" an, dass er womöglich schon bald in der US-Serie, in der in diesem Jahr auch Ex-Formel-1-Pilot Romain Grosjean fährt, an den Start gehen wird. (tno)