Corona-Streitthema Schulen und Kitas

Spahn schlägt vor: Bei Infektionsfall muss gesamte Klasse in Quarantäne

Jens Spahn 2020-11-13, Berlin, Deutschland - Bundespressekonferenz: Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, legt g
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24. November 2020 - 9:50 Uhr

Bundesregierung will härtere Regeln

Schulen und Kitas sind derzeit das politische Streitthema: Die Bundesregierung will einheitliche härtere Regeln - die Länder nicht. Und sie kriegen Rückenwind. Eine neue Studie aus Hamburg zeigt jetzt, dass das Infektionsrisiko in Schulen viel geringer sein soll als außerhalb. Gesundheitsminister Jens Spahn schlägt jetzt eine neue Corona-Strategie für die Schulen vor.

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Nach negativen Schnelltests Rückkehr in die Schule

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat ein neues Konzept zur Eindämmung von Corona-Infektionen in Schulen vorgeschlagen. "Infektionsketten wirklich unterbrechen und gleichzeitig lebenspraktisch bleiben, das ist die Aufgabe", sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Konkret schlug er vor, dass beim Auftreten eines Infektionsfalls umgehend die betroffene Klasse in die häusliche Isolation geschickt wird. Bisher ist das teilweise nicht oder nur bei den unmittelbaren Sitznachbarn Infizierter der Fall.

"Nach negativen Schnelltests am fünften Tag könnten die Schülerinnen und Schüler wieder in die Schule zurückkehren", sagte Spahn. Ob das aus Sicht der Länder vor Ort umsetzbar sei, darüber müsse man am Mittwoch sprechen.

"Sind noch nicht über den Berg"

Dann wollen die Länderchefs zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Schalte über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie entscheiden. Zur gegenwärtigen Infektionslage sagte Spahn: "Wir haben sicheren Boden unter den Füßen, aber wir sind noch nicht über den Berg." Es komme darauf an, ob die Zahlen in den nächsten Tagen sinken. "Davon wird am Mittwoch viel abhängen."

Ansteckungsgefahr in Schule viel geringer als vermutet

Die Hamburger Schulbehörde hat die Corona-Infektionen an den Schulen ausgewertet. Die ersten Ergebnisse sind überraschend: Demnach hätten sich 78 Prozent wahrscheinlich gar nicht in der Schule, sondern außerhalb infiziert. Auffällig sei auch, dass sich jüngere Schüler nur halb so häufig infizieren wie ältere.