Krankenkassen übernehmen Kosten

Migräne-Spritze soll Millionen Patienten helfen

19. Februar 2019 - 11:09 Uhr

Hoffnung für Millionen Migräne-Patienten

Migräne betrifft Millionen Deutsche und setzt sie für bis zu 72 Stunden pro Attacke außer Gefecht. Jetzt gibt es ein Medikament, das sich chronisch Erkrankte sogar selbst spritzen können. Wir erklären, wem es hilft und in welchen Fällen sogar die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Im Video erzählt eine Migräne-Patientin, wie sich ihr Leben mit dem neuen Präparat verändert hat.

Neues Medikament bietet Lebensqualität

Bisher lässt sich Migräne schlecht behandeln. Immer wieder kommen neue Therapien auf den Markt, die Betroffenen helfen sollen. Richtig zuverlässig sind die wenigsten davon. Doch Wissenschaftler haben jetzt den Wirkstoff Erenumab entwickelt, der das körpereigene Molekül CGRP unterdrückt. Dieses Molekül ist der Auslöser für die Migräne-Attacken.

Das Medikament dürfen sich Patienten einmal im Monat selbst spritzen und sind damit von mindestens der Hälfte ihrer schmerzhaften Attacken befreit. Viele Betroffene können dadurch an Lebensqualität zurückgewinnen.

Krankenkasse übernimmt Kosten

Einziger Wermutstropfen der Wunder-Spritze: Sie kostet 688 Euro. Allerdings übernimmt die Krankenkasse die Kosten bei besonders stark betroffenen Patienten. Dafür müssen sie an mindestens 15 Tagen pro Monat unter Kopfschmerzen leiden, von denen mindestens acht Tage auf eine Migräne zurückzuführen sind.

Die Erstbehandlung dauert insgesamt sechs Monate und zeigt, ob das Medikament anschlägt. Danach kann gemeinsam mit dem Arzt über eine weitere Behandlung beratschlagt werden.