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Netto boykottiert russischen Wodka & Co.: Ziehen andere Supermärkte nach?

Reaktion auf Putins Ukraine-Einmarsch

Auch Wodka betroffen: Netto nimmt russische Produkte aus dem Regal

Ein Einkaufswagen mit Einkaufstüten vor einem Verkaufsmarkt der OHG NETTO Supermarkt GmbH & Co. am Dienstag (10.03.2009) in Rostock. Hauptsitz von NETTO Deutschland ist Stavenhagen (Kreis Demmin) in Mecklenburg-Vorpommern. Bundesweit zählt das Untern
NETTO-Discounter in Rostock
picture-alliance/ ZB, Bernd Wüstneck

Weniger Produkte und starke Preissteigerungen! Den Krieg in der Ukraine bekommen die Verbraucher schon jetzt auch in Deutschland zu spüren. Der Supermarktkette Netto hat bereits erste Fakten geschaffen und 15 russische Produkte aus dem Sortiment verbannt.

Netto stoppt Verkauf von russischem Wodka und Co.

Aus Solidarität mit der Ukraine boykottiert die Supermarktkette Netto Waren aus Russland. Der Supermarkt mit dem gelb-schwarzen Hunde Logo ist vor allem im Norden und Osten Deutschlands verbreitet. Wie die Muttergesellschaft Salling Group gegenüber RTL/ntv mitgeteilt hat, würden in Deutschland, Dänemark und Polen bereits seit Samstag keine Waren aus Russland mehr angeboten. Betroffen seien unter anderem

  • Spirituosen (z.B. Wodka)
  • Lebensmittel (u.a. Pelmeni-Teigtaschen)
  • Süßwaren (u.a. Schokolade)
  • und Hygieneartikel (z.B. Zahnpasta).

Außerdem kündigte Netto Geld- und Sachspenden an.

Neben Netto erwägen offenbar auch andere Supermärkte die Entfernung russischer Produkte. Wie das Onlinemagazin chip.de schreibt, überprüfe Edeka, ob und in welchem Umfang Produkte aus Russland oder von Unternehmen, die in Händen russischer Oligarchen sind, im Edeka-Sortiment geführt würden. Möglicherweise könnten vereinzelte Lebensmittel und auch Hersteller aus den Regalen verschwinden.

Wirtschaftsforscher halten fünf Prozent Inflation in diesem Jahr für möglich

Produktengpässe und steigende Öl- und Gaspreise! All das wird die Inflation nach Einschätzung der Ifo-Wirtschaftsforscher weiter befeuern. „Eine Fünf vor dem Komma der Inflationsrate im Gesamtjahr 2022 wird gerade wahrscheinlicher als eine Drei“, so Timo Wollmershäuser, Leiter der Ifo-Konjunkturprognosen. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr lag sie bei 3,1 Prozent.

Zwei Drittel der Einzelhändler planten Preiserhöhungen, bei den Lebensmittelhändlern seien es sogar über 85 Prozent.(dpa, mmü)