Nach Uniqlo

Modekette Zara führt Rücksendegebühren ein

Die Modekette Zara führt Rücksendegebühren für Onlinebestellungen ein.
Die Modekette Zara führt Rücksendegebühren für Onlinebestellungen ein.
© iStockphoto, Marek Slusarczyk

13. Mai 2022 - 13:16 Uhr

Kleidung im Internet bestellen, zu Hause anprobieren, wenn es nicht passt oder gefällt wieder zurücksenden – und das meist kostenlos. Daran haben sich Kundinnen und Kunden in den letzten Jahren gewöhnt. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Die Modekette Uniqlo hat bereits im letzten Jahr Rücksendegebühren eingeführt, jetzt zieht Zara nach.

Retouren sind schlecht für die Umwelt und kosten viel Geld

Wie das Onlineportal "Textilwirtschaft" berichtet, führt der Fast Fashion-Filialist "Zara" eine Gebühr für Rücksendungen von Online-Bestellungen ein. Vorreiter ist die japanische Modekette Uniqlo. Seit dem 1. März 2021 werden "Rücksendekosten in Höhe von EUR 2,95 von dem zu erstattenden Betrag für zurückgegebenen Online-Einkäufe abgezogen", erklärt das Unternehmen.

Laut "Textilwirtschaft" sind Retouren "für den Online-Handel mit Mode der größte Margenfresser." Wissenschaftler der Universität Bamberg haben nicht nur die Menge ermittelt, sondern auch die Kosten. Wie die "Rheinische Post" aus der Studie berichtet, verursacht eine Retourensendung im Durchschnitt 19,51 Euro Kosten, die Hälfte davon gehe für den Transport drauf.

Doch es sind nicht nur die Kosten. Retouren sind auch schädlich für die Umwelt. Allein in Deutschland werden über 200.000 Tonnen Kohlendioxid in die Luft geblasen – nur für Rücksendungen. Deshalb fordern Forscher schon länger, Rücksendegebühren im Onlinehandel einzuführen. Kein Wunder, dass die Unternehmen auch Umweltschutzgründe als Grund angeben, warum sie auch die Kundinnen und Kunden an den Rücksendegebühren beteiligen.

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Sind Rücksendegebühren im Onlinehandel erlaubt?

Die Verbraucherzentrale Hamburg sieht die Einführung der Rücksendegebühren unkritisch. Fallen die so niedrig aus wie bei Uniqlo, sei das auch rechtlich in Ordnung, erklärte eine Sprecherin gegenüber RTL. Denn grundsätzlich könnte das Unternehmen die vollen Rücksendekosten auf den Besteller übertragen. Da kommen Verbraucherinnen und Verbraucher mit einer geringen Pauschale besser weg.

Übrigens werden Zara-Kunden ihre Online-Bestellungen weiterhin gebührenfrei in den Filialen abgeben können.

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