Streit um Albi-Saftflaschen

Eckes-Granini gewinnt vor Gericht gegen Edeka - Verkaufsverbot!

Der Safthersteller Eckes-Granini hat Edeka verklagt.
Der Safthersteller Eckes-Granini hat Edeka verklagt.
© picture alliance, xim.gs

28. Januar 2022 - 8:46 Uhr

Punktsieg für den Safthersteller Eckes-Granini gegen Edeka. Die beiden Unternehmen zoffen sich seit rund einem Jahr um Preise, in dem Eilverfahren vor dem Landgericht Hamburg geht es aktuell allerdings um Flaschen: Die Saftflaschen der Edeka-Tochter Albi sind eine unzulässige Kopie der Granini-Flasche, haben die Richter jetzt entschieden.

Edeka darf keinen Albi-Saft mehr in den "Granini"-Flaschen verkaufen

Wie die "Lebensmittel Zeitung" berichtet, untersagen die Richter Edeka und Albi den Verkauf sowie das Bewerben der umstrittenen Flaschenform. Das Landgericht Hamburg hat am Donnerstag den Widerspruch von Edeka und der Albi GmbH gegen eine Ende 2021 erlassene einstweilige Verfügung zurückgewiesen. Die Richter bewerten die Albi-Saftflaschen als unzulässige Nachahmung der Granini-Flasche. Dem Supermarkt-Riesen wurde der weitere Verkauf Albi-Flaschen untersagt. Laut Informationen der "Lebensmittel Zeitung" ist die Eilentscheidung des Gerichts noch nicht rechtskräftig, eine Berufung zum Oberlandesgericht Hamburg somit möglich.

"Wir bedauern, dass es überhaupt zu einer juristischen Auseinandersetzung kommen musste. Wir haben Edeka, Albi und Netto stets unsere Einigungsbereitschaft signalisiert, müssen aber als Markenartikelunternehmen unsere hochwertigen Marken und Produkte schützen", erklärte Granini-Eckes gegenüber RTL.

Es ist nicht der erste Erfolg gegen die Edeka-Gruppe. Der Getränkehersteller aus Nieder-Olm in Rheinland-Pfalz wies in einer Stellungnahme auch darauf hin, dass das Landgericht Köln bereits am 6. Januar 2021 eine einstweilige Verfügung gegen Netto bestätigt hatte, "die inhaltsgleich mit derjenigen des Landgerichts Hamburg ist und Netto das Verkaufen, Bewerben und Inverkehrbringen der streitbetroffenen "Albi"-Flasche verbietet." Der Discounter Netto gehört zur Edeka-Gruppe.

Die Frage ist jetzt nur, wie es in der verkrachten Beziehung zwischen Edeka und Eckes-Granini weitergeht. Denn nach einem verhängten Lieferstopp und kurzzeitig leeren Saftregalen bei Edeka wurden die Granini-Produkte in den Regalen gegen die Edeka-Eigenmarke Albi ausgetauscht. Durch das Verkaufsverbot könnte jetzt doch der Druck bei Edeka wachsen, sich mit Eckes-Granini zu einigen und das Kriegsbeil zu begraben. Eckes-Granini scheint auf jeden Fall bereit dazu: "Wir haben gleichwohl Edeka, Albi und Netto mehrere Vergleichsangebote unterbreitet und sind auch weiterhin zuversichtlich, mit Edeka eine für beide Seiten annehmbare Lösung zu finden", erklärte das Unternehmen. Die Kunden dürfte das freuen. (aze)