Nach Kobra-Biss auf der Bühne: Irma Bule singt einfach weiter - und stirbt

15. April 2016 - 13:35 Uhr

"Ihr wurde gesagt, dass sie sie in die Hand nehmen kann"

Für ihre Show gab sie alles - sogar ihr Leben: Die indonesische Sängerin Irma Bule wurde während eines Auftritts auf Java von einer Königskobra gebissen. Doch die 29-Jährige sang weiter, als wäre nichts geschehen. 45 Minuten später brach sie auf der Bühne zusammen. Sie wurde sofort ins Krankenhaus gebracht und starb dort kurz nach der Ankunft.

"In der Mitte des zweiten Songs ist Irma der Schlange auf den Schwanz getreten. Dann hat ihr die Schlange in den Oberschenkel gebissen", berichtet ein Augenzeuge der indonesischen Nachrichtenseite 'Merdeka'. Doch sie sang einfach weiter und habe sogar ein Gegengift abgelehnt. Ihre Mutter Encum hat eine Vermutung, warum ihre Tochter so gehandelt haben könnte. "Meine Tochter wusste vielleicht nicht, dass die Schlange, die ihr gegeben wurde, eine gefährliche Kobra war. Ihr wurde gesagt, dass sie sie in die Hand nehmen kann", beschreibt sie 'Si Momot'. Denn normalerweise werden Giftschlangen, die für solche Auftritte genutzt werden, vorher die Giftzähne gezogen. 45 Minuten nach dem Schlangenbiss hatte sie auf der Bühne Krämpfe und musste sich übergeben. Sie wurde ins Krankenhaus gebracht, aber zu spät: Kurz nach der Ankunft starb sie.

Königskobras sind die größten Giftschlangen der Welt. Sie können über fünf Meter lang werden und kommen überwiegend in Südostasien vor. Ohne Gegengift endet ihr Biss für den Menschen meist tödlich. Irma Bule war Dangdut-Musikerin und war für ihre Schlangenauftritte berühmt. Denn Dangdut-Musik ist in Indonesien so beliebt, dass sich die Künstler dieser Musikrichtung schon mal etwas Besonderes einfallen lassen, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Bule hatte sich dazu entschieden, mit Schlangen aufzutreten. Würgeschlangen trug sie wie Federboas, auch Giftschlangen nahm sie mit auf die Bühne. Sie hinterlässt ihren Mann und ihre drei Kinder: Flowers (8), Rose (6) und Kiran (4).