"Ich weiss nicht, was mich da geritten hat!"

Vater soll Säugling Jamila getötet haben: Angeklagter spricht von Unfall

Prozessbeginn am Hamburger Landgericht. Der Angeklagte soll sein Baby getötet haben. 
Quelle: RTLNord
Prozessbeginn am Hamburger Landgericht. Der Angeklagte soll sein Baby getötet haben. Quelle: RTLNord
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08. Dezember 2021 - 14:13 Uhr

Vater räumt ein, Jamila geschüttelt zu haben

Im Hamburger Prozess um den Tod von Baby Jamila hat der angeklagte Vater eingeräumt, seine Tochter kurz geschüttelt zu haben. Das sei aber in Folge eines Unfalls geschehen, sagte der 30-Jährige am Mittwoch vor dem Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 30-Jährigen vor, seine kleine Tochter getötet zu haben. Bei Untersuchungen seien Spuren stumpfer Gewalteinwirkung festgestellt worden.

"Sie hat sich nicht wirklich geregt, sie hat Schnappatmung gehabt!"

Vater soll Säugling Jamila getötet haben: Angeklagter spricht von Unfall
Dr. Matthias Steinmann ist der zuständige Richter. Quelle: RTL Nord
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Der 30-jährige Mann schilderte am zweiten Prozesstag seine Version des Geschehens vom 15. Mai: Er sei mit dem Säugling auf dem Arm im engen Badezimmer über die Babybadewanne gestolpert und mit dem Kind hingefallen. Seine Tochter habe dabei eine Beule am Kopf erlitten. "Sie hat sich nicht wirklich geregt, sie hat Schnappatmung gehabt." Er sei in Panik geraten und habe das Kind ein paar Sekunden geschüttelt. "Ich weiß nicht, was mich da geritten hat."

"Der Säugling erlitt schwere Hirnblutungen!"

Das Baby war Mitte Mai mit schweren Kopfverletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden. Eine Woche später starb das zwölf Wochen alte Kind. Nach Angaben eines Gerichtssprechers wurde ein Schütteltrauma-Syndrom festgestellt. Der Vater hatte bei seinem Notruf von einem Unfall berichtet. Das Verletzungsbild sei aber nicht mit diesen Angaben vereinbar, sagte ein Gerichtssprecher beim Prozessauftakt. Auch müsse der Kopf mit Gewalt gegen etwas geschlagen worden sein. "Der Säugling erlitt eine Schädelfraktur, schwere Hirnblutungen und Einblutungen in die Netzhäute", heißt es in der Anklage.

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