Vom Erinnerungsdiamanten bis zur Urne auf dem Kaminsims

Nach dem Krematorium: Was darf ich mit der Asche eines geliebten Menschen tun?

Nach dem Tod eines geliebten Menschen gilt es viele wichtige Entscheidungen in kürzester Zeit zu treffen.
© Domagoj Burilovic

07. Januar 2020 - 12:41 Uhr

Die vielen Fragezeichen so kurz nach dem Tod

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, stehen die Angehörigen in ihrem Schmerz und der Trauer vor der großen Herausforderung, schnell sehr wichtige Entscheidungen treffen zu müssen. Die Trauerfeier muss geplant werden, Musik ausgesucht, Karten geschrieben – dann noch die Todesanzeige. Doch Moment: Wie soll der Verstorbene eigentlich beigesetzt werden? Und was passiert am Ende mit der Asche, wenn der Leichnam im Krematorium verbrannt werden soll? Viele Fragen, die man in der Gelähmtheit der Trauer beantworten muss. Denn nicht jeder Verstorbene regelt vor seinem Tod diese Dinge, und die Familie bleibt mit vielen Fragezeichen zurück.

In vielen Ländern dürfen die Angehörigen die Urne mit nach Hause nehmen oder sie zum Beispiel in Schmuckstücken bei sich führen. Dschungel-Kandidatin und Mallorca-Auswanderin Danni Büchner geht nach dem Tod ihres verstorbenen Ehemannes Jens mit einem Teil seiner Asche in einer Halskette durchs Leben, damit sie ihn auch weiter immer bei sich hat. Klingt wildromantisch und irgendwie tröstend. Doch darf man das auch in Deutschland? Was ist erlaubt, und womit mache ich mich im Zweifel strafbar?

Darf die Asche mit nach Hause?

Grundsätzlich gilt: Eine Urne darf man in Deutschland nicht mit nach Hause nehmen. Das haben die einzelnen Bundesländer in ihrem Gesetz so geregelt. Eine Ausnahme gibt es jedoch: In Bremen dürfen die Hinterbliebenen die Asche des Toten auf ihrem Grundstück verstreuen, wenn dieser es ausdrücklich in seinem Testament festgehalten hat. Sie muss dann aber verstreut werden und darf nicht in einer Urne auf dem Kaminsims oder an anderer Stelle in Haus oder Wohnung landen.

In unserem Nachbarland, den Niederlanden, ist dies wiederum sehr wohl gestattet. Lässt man beispielsweise einen Toten, der vor seinem Ableben einen Wohnsitz in Deutschland hatte, in einem niederländischen Krematorium einäschern, dürfen sich Angehörige in den Niederlanden die Urne mit nach Hause nehmen. Sie jedoch wieder nach Deutschland zu überführen, erlaubt der Gesetzgeber nicht. Schmuggelt man die Urne und wird erwischt, drohen Bußgelder in Höhe von 3.000 Euro und die Kosten für eine Zwangsbestattung des Verstorbenen.

Verstreuen der Asche in Deutschland nicht erlaubt

Erlaubt wiederum ist die Beisetzung einer Urne in einem der mittlerweile sehr zahlreichen Friedwälder in Deutschland. Verstreuen darf man die Asche hier nicht, dies erlauben wiederum unsere Nachbarn in den Niederlanden, wo man die Urne ausgehändigt bekommt und das Verstreuen dann im Kreise der Familie vornehmen darf.

Und wie steht es um Schmuckstücke? Einige Bestatter bieten eine Diamantbestattung an. Dabei wird die Asche des Verstorbenen zu einem Diamanten gepresst. Streng genommen ist auch dies nicht erlaubt, wird aber in Deutschland geduldet. Die Meinungen der Juristen gehen hier auseinander, weiß Alexander Helbach von der Verbraucherinitiative Bestattungskultur Aeternitas. "Man darf in Deutschland eigentlich keinen Teil der Totenasche entnehmen. Bei der Diamantenbestattung sagen die einen Juristen, dass es sich immer noch um Totenasche handelt. Die anderen sagen: Es ist keine Totenasche mehr als solches, sondern eben ein Diamant." Theoretisch könne es passieren, dass man gezwungen wird, das Schmuckstück mit beizusetzen. "Aber eben nur theoretisch", erklärt der Experte. "Rein praktisch gesehen ist es überhaupt kein Problem." Pro Stein muss man hier mit mindestens 4.000 Euro kalkulieren.

Zwischen Legalität und Illegalität

Auch Mini-Urnen und -behältnisse wie die Kette von Danni Büchner kann man bei einigen Bestattern hierzulande dazubuchen. Aber: Diese bewegen sich am Rande der Illegalität, da es laut Gesetz eine Störung der Totenruhe darstellt, wenn man einen Teil des Leichnams entwendet, wie auch bei den Diamanten. Auch diese Form wird praktisch gedultet, wie Helbach erklärt. Preislich ist dies überschaubar: Einen ähnlichen Anhänger wie den von Jens Büchners Witwe gibt es schon für wenige Euro im Internet.

Übrigens: Stirbt ein geliebtes Haustier, darf man die Asche mit nach Hause nehmen. In Deutschland gibt es mittlerweile sogar Friedhöfe, auf denen man sich mit dem Tier zusammen beerdigen lassen kann.

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