Dakotas steiniger Weg bis zur Selbstakzeptanz

"Fühle mich sexier denn je" - Nach 17 Jahren: Frau beschließt sich Damenbart wachsen zu lassen

Dakota Cooke
Dakota Cooke (30) war es irgendwann leid, ihre Gesichtsbehaarung zu entfernen.
imago

Als Dakota Cooke in die Pubertät kam, bemerkte sie einen starken Haarwuchs in ihrem Gesicht. Schon bald arbeitete sie massiv dagegen und kümmerte sich wöchentlich um Wachstermine. Außerdem rasierte sie ihr Gesicht zweimal täglich, um weiblicher auszusehen. Dakota verbrachte Jahre damit, sich wegen ihres Haarwuchses unsicher zu fühlen und verurteilt zu werden. Sie litt unter einem geringen Selbstwertgefühl und hatte Angst vor den Blicken der anderen. Die mittlerweile 30-Jährige geht jetzt einen anderen Weg und fühlt sich attraktiver als jemals zuvor!

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Frau (30) mit Damenbart: Grund für starke Gesichtsbehaarung noch nicht ganz klar

Obwohl schon während ihrer Jugend erste Tests durchgeführt wurden, ist bis heute unklar, was Dakotas starke Gesichtsbehaarung verursacht hat. Die Ärzte glauben, dass es etwas mit ihren Nebennieren zu tun hat und einer erhöhten Testosteron-Produktion.

So sagte Dakota Cooke gegenüber dem Online-Nachrichtenportal „Metro 50“: „Als ich mit 13 in die Pubertät kam, wurde ich mit einem kleinen Extra gesegnet. Alles begann mit pfirsichfarbenem Flaum auf meinem Gesicht, der anfing, immer länger und dunkler zu werden“, beschreibt sie.

Bereits als 13-Jährige auf Damenbart hingewiesen: „Super unangenehm“

Ein Freund der Familie habe sie damals erstmals darauf hingewiesen. Also habe ihr Stiefvater sie zu Ärzten gebracht, um Tests zu machen. Danach sei sie mit ihrer Familie zum Friseur gegangen, wo sie ihre allererstes Wachs-Behandlung bekommen habe.

„Es war super unangenehm und zu der Zeit war ich gerade dabei zu lernen, wie man sich die Beine rasiert. Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, in der Frauen mit Gesichtsbehaarung so stigmatisiert wurden, dass die Frauen im Salon mir sagten, dass Mädchen keine Gesichtsbehaarung wachsen lassen sollten. Ich denke, das blieb bei mir hängen, denn in den nächsten zehn Jahren versank ich irgendwie in dieser Schamspirale, in der ich versuchte, mein Gesicht auf Fotos zu verstecken und jede Woche an Wachssitzungen teilzunehmen“, so Cooke.

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Als sie einen ihrer ersten Jobs im Einzelhandel hatte, musste sie ihr Gesicht zweimal am Tag rasieren, einmal morgens und dann noch in ihrer Pause, weil die Haare einfach so sichtbar waren. Sie arbeitete in der Make-up-Abteilung, wo es nicht akzeptabel war, etwas anderes als das Stereotyp einer Frau zu sein. Sie habe dort versucht, den Hautausschlag mit Make-up zu bedecken. Doch ihr Gesicht war die ganze Zeit gereizt und rot. „Wahrscheinlich habe ich bis heute noch einige dieser Rasiernarben“, schildert Dakota Cooke über die schlimme Zeit.

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Leben als Frau mit Gesichtsbehaarung? Alles ändert sich, als der Zirkus in die Stadt kommt

Doch alles änderte sich 2015, als Dakota mit einer Freundin auf einer Party war, wo sie jemanden kennenlernte, der ihnen von der Arbeit im Zirkus erzählte. Dakota hatte schnell die Idee, eine bärtige Dame in einer Zirkus-Show zu sein, und beschloss daher, ihre Gesichtsbehaarung einfach wachsen zu lassen.

„Das war wirklich der Katalysator und meine Reise begann, mich selbst und meinen Bart zu lieben", erinnert sie sich. Ihren Bart wachsen zu lassen sei anfangs unangenehm gewesen und es habe viel Mühe gekostet, ihn nicht einfach abzuschneiden und wieder abzurasieren.

„Ich erinnere mich an das erste Mal, als jemand versuchte, ein Foto von mir zu machen, nachdem ich meinen ersten Zentimeter Wachstum bekommen hatte, und ich viele Blicke kassierte“, schildert sie weiter. Anfangs habe sie große Angst vor den Blicken anderer Leute gehabt, doch es kam zu einem Punkt, an dem sie einfach entschieden habe, sich nicht mehr darum zu kümmern.

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Ihre Lebenswirklichkeit interessiert uns: Hatten Sie auch schon Probleme mit Ihrer Gesichtsbehaarung?

Dakota: "Habe den Rasierer abgelegt und meinen Bart umarmt"

Allmählich lernte Dakota, mit dem Unbehagen zu leben und ihr Aussehen zu lieben. „Ich fühle mich sexier denn je, nachdem ich den Rasierer abgelegt und meinen Bart umarmt habe“, sagt sie heute.

Mittlerweile ist sie tatsächlich Teil des Zirkus und zeigt dort eine Show, bei der sie an als bärtige Dame Kunststücke vorführt, wie Nägel in ihre Nase zu hämmern und auf Glas zu gehen. All dies habe ihr geholfen, ihr Aussehe und ihren Bart endlich anzunehmen. Auch ihre Familie sei in dieser Phase eine große Unterstützung gewesen. Auf TikTok beantwortet Dakota immer wieder Fragen zu ihrer Selbstakzeptanz und bekommt dafür viel Unterstützung. (mjä)