620.000 Euro für die Erziehung! Mutter verklagt ihren Sohn und bekommt Recht

Ein taiwanesischer Mann muss seiner Mutter gut 22 Millionen taiwanesische Dollar (etwa 620.000 Euro) zahlen - für seine eigene Erziehung!
Ein taiwanesischer Mann muss seiner Mutter gut 22 Millionen taiwanesische Dollar (etwa 620.000 Euro) zahlen - für seine eigene Erziehung!
© REUTERS, Thomas White, /TW

05. Januar 2018 - 14:36 Uhr

Familienstreit entbrannt in Taiwan

Eine taiwanesische Mutter will Geld sehen und zwar von ihrem Sohn. Vor Gericht verklagte sie ihn auf umgerechnet 620.000 Euro. Die Mutter möchte für die Erziehungskosten entschädigt werden. Und jetzt das Unglaubliche: Das Gericht gab ihr sogar Recht, denn vor 20 Jahren hatten der Sohn und seine Mutter einen Vertrag geschlossen, berichtete die 'BBC'.

Mutter Lou schließt Verträge mit ihren beiden Söhnen

Familienstreitigkeiten sind immer sehr unangenehm, normalerweise sind sie aber schnell wieder vergessen. Aber bei einer Familie aus Taiwan eskalierte der Streit und landete vor Gericht. Die Mutter verklagte ihren Sohn, der sollte 22,33 Millionen Taiwan Dollar (620.000 Euro) an sie zahlen. Eine Art Entschädigung für die Kosten, die sie während der Erziehung getragen hat.

Viele Eltern werden sich jetzt sicher wundern, warum das Gericht der Frau in diesem Fall auch noch Recht gegeben hat. Dass eine Kindeserziehung Geld kostet, weiß eigentlich jeder.

Die taiwanesische Mutter hatte mit ihren Söhnen vor 20 Jahren einen Vertrag abgeschlossen. Mutter Lou hatte nach einer Scheidung den Verklagten und einen weiteren Sohn alleine großgezogen. Mit dem Vertrag wollte sie sich absichern, dass ihre Söhne sie im Alter nicht vernachlässigen. Die Söhne sollten ihr 60 Prozent ihrer beruflichen Einnahmen auszahlen. Maximal sollten es 1,4 Millionen Euro sein. Damals waren die Jungs 20 Jahre alt.

Jüngster Sohn wollte den Vertrag nicht erfüllen

Der jüngste Sohn Chu wollte sich aber nun nicht an die Abmachung halten. Er ist mittlerweile Zahnarzt und verheiratet. Die Mutter wollte das nicht auf sich sitzen lassen und so landete der Fall vor Gericht. Jetzt muss Chu seiner Mutter das Geld zahlen, obwohl er den Vertrag für "unmoralisch" hielt. Das Gericht hingegen befand den Vertrag als rechtskräftig, da beide Söhne zum Zeitpunkt der Unterzeichnung volljährige waren.

Der ältere Bruder hielt sich an die Vereinbarung mit seiner Mutter.