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Junge (6) bei mutmaßlich illegalem Autorennen getötet

Augenzeugin: Die Totraser hielten mich davon ab, Erste Hilfe zu leisten

25. August 2020 - 13:46 Uhr

Unfallfahrer in Dresden gingen Helfer offenbar aggressiv an

Bei einem mutmaßlichen Autorennen in Dresden am Samstagabend ist ein sechsjähriger Junge ums Leben gekommen. Christin R. war die Erste, die dem verunglückten Kind zur Hilfe eilte. Als sie Erste Hilfe leisten wollte, sei von einem der Unfallfahrer aggressiv angegangen worden – was die Frau über das schlimme Erlebnis erzählt, das sehen Sie im Video.

Augenzeugin Christin R. versucht, den Sechsjährigen wiederzubeleben, doch die Unfallfahrer hielten sie davon ab, erzählte sie.
Augenzeugin Christin R. versucht, den Sechsjährigen wiederzubeleben, doch die Unfallfahrer hielten sie davon ab, erzählte sie.
© RTL

Christin R. war gerade beim Abendessen, als sie ein lautes Quietschen und einen Knall vor der Tür hörte. Sie sei zum Fenster gegangen und sah sie zwei Autos und einen Verletzten: "Da lag ein kleiner Junge", so die Zeugin. Sie rannte barfuß auf die Straße. "Ich habe dann erst mal geguckt, ob der Junge Puls hat", sagte sie. Doch da war nichts.

Dann seien die "Jungs" aus den Autos gestiegen "und haben mich angeschrien, ich soll das Kind nicht anfassen." Sie und ein Mann, der zur Hilfe geeilt war, hätten den Jungen wiederbeleben und in die stabile Seitenlage bringen wollen. "Das durften wir nicht, weil die uns angeschrien haben und sehr aggressiv auf uns losgegangen sind", erinnert sie sich. Ihr Sohn habe dann ein Handtuch geholt, um das Kind zumindest abdecken zu können.

Mutter des Unfallopfers soll schwanger im Krankenhaus liegen

Immer mehr Menschen seien nach dem Knall zum Unfallort geströmt, sagt Christin R. 40 bis 50 Leute hätten rundherum gestanden. Später sei die Schwester des Jungen hinzugekommen – das hätte sie von anderen Zeugen gehört. Ihre Mutter sei im Krankenhaus und erwarte ein Baby. Christin R. sei dann wieder ins Haus gegangen, "um die Kinder zu beruhigen, die haben das ja auch mitbekommen".

An der Unfall-Bushaltestelle liegen Kerzen und Plüschtiere für den verstorbenen Sechsjährigen.
An der Unfall-Bushaltestelle liegen Kerzen und Plüschtiere für den verstorbenen Sechsjährigen.
© RTL

Mutmaßlich illegales Autorennen: Zwei Kinder sahen den Raserunfall mit an

Um kurz vor 21 Uhr war ein Mercedesfahrer (31) mit seinem Wagen in den kleinen Jungen gekracht – durch die Wucht des Aufpralls wurde er gegen eine Bushaltestelle geschleudert. Bei dem Unglück wurde das Kind schwer verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Dort verstarb er wenig später. Mit zwei weiteren Kindern war er am Abend über eine viel befahrene Straße gerannt. Sie blieben unverletzt.

Im RTL-Interview sagte Marko Laske, Sprecher der Polizei Dresden: "Es hat sich herausgestellt, laut Zeugenhinweisen, dass zumindest der Verdacht besteht, dass hier auch ein illegales Autorennen stattgefunden hat. Dementsprechend sind die Ermittlungen zur fahrlässigen Tötung im Straßenverkehr gegen den 31-Jährigen erweitert worden." Es werde auch gegen einen 23-Jährigen BMW-Fahrer ermittelt, der an dem Unfall beteiligt war. Warum auch eine Verurteilung wegen Mordes drohen könnte, erklärt ein Rechtsanwalt im RTL-Interview.

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