„Die Dreckssau ist nicht totzukriegen.“

Mordversuch an Freundin: Martyrium über mehrere Tage

Symbolbild: Ein 53-Jähriger soll versucht haben, seine Freundin mit Kabelbindern zu ermorden.
Symbolbild: Ein 53-Jähriger soll versucht haben, seine Freundin mit Kabelbindern zu ermorden.
© deutsche presse agentur

01. Dezember 2021 - 9:02 Uhr

„Dass er mich jemals so verprügelt, da hätte ich im Traum nie dran gedacht“

Nach einer lebensgefährlichen Attacke auf seine Freundin muss sich seit Dienstag ein 53-Jähriger Mann vor dem Hamburger Landgericht wegen versuchten Mordes verantworten: Der arbeitslose Angeklagte soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft zunächst versucht haben, seine 63-Jährige Partnerin mit Kabelbindern zu erdrosseln. Danach habe er mit einem Baseballschläger mindestens acht Mal auf den Kopf der Frau eingeschlagen. "Die Dreckssau ist nicht totzukriegen," soll er laut Anklage zu seiner Lebensgefährtin gesagt haben. "Dass er mich jemals so verprügelt, da hätte ich im Traum nie dran gedacht", so das Opfer im Gerichtssaal.

Angeklagter wollte nur Denkzettel verpassen

Mordversuch an Freundin: Martyrium über mehrere Tage
Symbolbild: Angeblich wollte er die Frau ruhigstellen.
© dpa, Jan-Philipp Strobel

Dabei soll der fast kahlköpfige Mann mit kräftige Statur im Prozess die Tat weitgehend eingeräumt und gesagt haben, dass es ihm leid tue. Er wolle ihr nur einen Denkzettel verpassen. Seine Freundin sagte dagegen, sie habe Todesangst gehabt. Trotz schwerer Verletzungen konnte die 63-Jährige über den Balkon aus ihrer Wohnung im Stadtteil Stellingen fliehen. Der Angeklagte ist wegen Körperverletzung bereits polizeibekannt.

Er soll ihren Kopf mehrfach gegen die Tür geschlagen haben

Bereits zwei Tage zuvor soll der Deutsche seine Freundin stundenlang misshandelt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm etwa vor, ihren Kopf mehrfach gegen eine Tür geschlagen zu haben. Zudem soll er die Frau gefesselt und ihr mit einem Messer in die Unterschenkel gestochen haben. So habe er verhindern wollen, dass sie fliehe und ihn bei der Polizei anzeige. Unmittelbar vor der zweiten Tat Anfang Juni habe sich die Frau von dem Verdächtigen trennen wollen. Bis zum 10. Januar hat die Kammer drei weitere Verhandlungstermine angesetzt. Sollte er wegen Mordversuchs verurteilt werden, droht dem 53-Jährigen eine Haftstrafe zwischen drei und 15 Jahren. (dpa/ljo/kst/nid)